Hunderte lassen ihre Bau-Kreditverträge prüfen

Bereits im vergangenen Jahr ließen viele Bankkunden bei der Verbraucherzentrale Essen ihre Hypotheken-Verträge auf fehlerhafte Widerrufsbelehrungen prüfen, und die Nachfrage reißt auch in diesem Jahr nicht ab. Im Dezember waren schon die meisten Beratungstermine für Januar vergeben, sagte die Leiterin der Verbraucherzentrale Essen, Margret Schulte. „Das Thema Finanzdienstleistungen ging im vergangenen Jahr raketenartig ab.“ Allein im zweiten Halbjahr 2014, so schätzt Margret Schulte, ließen sich 300 Kunden zu diesem Thema beraten, die meisten zu den Widerrufsbelehrungen bei Baukrediten.

Verbraucherschützer hatten im vergangenen Jahr wiederholt darauf aufmerksam gemacht, dass bei zahlreichen Baukreditverträgen die Widerrufsbelehrungen fehlerhaft seien. Das betrifft besonders ältere Verträge Anfang der 2000er Jahre, heißt es. Haben Immobilienfinanzierer bei der Widerrufsbelehrung Fehler gemacht, dürfen Kunden widerrufen. Viele wollen wissen, ob sie so aus ihren alten Verträgen herauskommen und neue, mit besseren Zinskonditionen abschließen können.

„Viele Verbraucher, die zu uns kommen, wollen erst einmal wissen, ob dies überhaupt auf ihre Verträge zu trifft“, sagte Margret Schulte. Die Verbraucherzentrale Essen hatte wegen des höheren Beratungsbedarfs Mitte vergangenen Jahres einen zusätzlichen Berater eingesetzt, so dass derzeit zwei Berater Fragen zum Thema Finanzdienstleistungen beantworten.