Hünninghausenweg, ein Nadelöhr

Steele..  Am Hünninghausenweg in Steele kann es stellenweise richtig eng werden: Weil auf beiden Straßenseiten eigentlich immer Autos parken, passen oft nicht zwei Autos aneinander vorbei, die sich auf den beiden Straßenspuren entgegenkommen. Rückstaus sind nicht selten die Folge – und auch schlechte Stimmung bei den Fahrern.

Um dem entgegenzuwirken, wünscht sich FDP-Bezirksvertreter Eduard Schreyer vor Ort eine Einbahnstraßenregelung. Die anderen Parteien reagierten auf seinen Vorschlag während der Sitzung der Bezirksvertretung im Krayer Rathaus am Dienstagnachmittag aber eher zurückhaltend bis skeptisch.

Dabei ist die Strecke, auf die Schreyer den Gegenverkehr ausbremsen will, vergleichsweise klein: Zwischen Plümers Kamp und Grendtor soll es nur noch in eine Richtung gehen. „Das sind doch höchstens 80 Meter”, betont der FDP-Politiker, der das Geschehen dort gut kennt, da er selbst in der Nähe wohnt.

„Der Platz reicht auf keinen Fall dafür aus, dass da zwei Autos aneinander vorbeikommen”, betont Schreyer. „Regelmäßig entstehen dort Diskussionen zwischen den Autofahrern, wer denn jetzt den anderen vorbeilassen soll.” Auch der Busverkehr leide unter den auf diese Weise entstehenden Rückstaus.

Für die Anwohner werde eine Einbahnstraßenregelung zu keinerlei Problemen führen, ist Schreyer überzeugt: „Die können gut über die Dreiringstraße ausweichen”, erläutert er. Und der Durchgangsverkehr nutze diesen Bereich ohnehin nicht.

Anlass für seine Überlegungen war ein Unfall im Oktober 2013: Damals krachte ein Auto in einen Kradfahrer, der vom Grendtor aus in den Hünninghausenweg eingebogen war. Eine Einbahnstraße an dieser Stelle könnte Schreyers Ansicht zufolge diesen Gefahrenpunkt deutlich entzerren.

Ausweichen über Dreiringstraße

Diese Meinung teilen die übrigen Stadtteilparlamentarier nicht: Einbahnstraßen seien eher kritisch zu sehen, mahnt etwa der CDU-Fraktionsvorsitzende Klaus-Dieter Feige: „Sie verführen geradezu zum Rasen.” Auch sein SPD-Kollege Klaus Johannknecht ist überzeugt: „Weitere Einbahnstraßen bedeuten doch grundsätzlich eine zusätzliche Belastung der Autofahrer”. Und der Hünninghausenweg sei nicht zuletzt wegen des Kindergartens Ruhrau und des Kinder- und Jugendzentrums Hüweg eine wichtige Straße – nicht nur für Anwohner. Johannknecht schlägt vor, den Bereich mit einer zusätzlichen Abmarkierung zu versehen, um für mehr Sicherheit zu sorgen, „so wie es auch am Eickelkamp gehandhabt wird”.

Schreyer hält dies nicht für vergleichbar: „Dort parken die Autos nur auf einer Straßenseite.”

Dennoch erntete Johannknechts Vorschlag spürbar mehr Sympathien. So entscheidet die Bezirksvertretung, die Verwaltung mit einer Prüfung von Schreyers Vorschlag zu beauftragen – mit der ergänzenden Idee des SPD-Fraktionsvorsitzenden.