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Subkultur

Horror am hellichten Tag bei Zombiewalk und "1. Zombietag Essen"

09.09.2012 | 17:07 Uhr
Foto: Svenja Hanusch

Essen.   Horrorfans und Anhänger des "Untoten"-Kults trafen sich am Samstag zum „1. Zombietag Essen“ im Unperfekthaus und zogen anschließend durch die Innenstadt. Mit bleichen, blutverschmierten Gesichtern und offenen Wunden schleppten sich rund 1000 Horrorfiguren vom Limbecker bis zum Viehofer Platz – am helllichten Tage.

Karneval ist nun schon ein bisschen her und bis Halloween ist es auch noch ein paar Wochen hin – also welch gruselige Gestalten waren es dann, die am Samstagabend so zahlreich die Innenstadt bevölkerten? Mit bleichen, blutverschmierten Gesichtern und offenen Wunden am ganzen Körper schleppten sich rund 1000 Horrorfiguren vom Limbecker bis zum Viehofer Platz – am helllichten Tage.

„Keine Angst, das sind keine echten Zombies“, beschwichtigt Dirk Bussler, Initiator des „Deutschen Zombietags“, eingeschüchterte und zugleich faszinierte Passanten vor dem Unperfekthaus . Die Echten, vor denen er mit der abschließenden Aufmarsch in Form einer „Demonstration zur Förderung subkultureller Veranstaltungen“ warnen wolle, könne man nämlich eindeutig am starken Verwesungsgeruch erkennen. Wie man sich sonst auf die anstehende Apokalypse der Untoten vorbereiten sollte, durften die Teilnehmer des Zombie-Überlebenstrainings zuvor im Unperfekthaus erfahren. Dort trafen sich am Samstag ab 10 Uhr laut Veranstalter etwa hundert Horrorfans.

Offene Wunden ab 15 Euro

„Wir hoffen auf die Apokalypse, wir wissen ja jetzt, wie wir Zombies töten können“, schmunzelt Seminarteilnehmer David Meyer, der mit drei Freunden extra aus dem Sauerland anreiste. Stundenlang haben sie sich am frühen Morgen gegenseitig offene Wunden zugefügt – mit Taschentüchern, Wimpernkleber und jeder Menge Lebensmittelfarbe.

Wer da selbst kein Händchen für hat, konnte sich aber auch problemlos im Unperfekthaus zum perfekten Zombie herrichten lassen: Visagistin und Künstlerin „Engel Arte“ hatte jede Menge Kunstblut und Latexmasse im Schminkkoffer dabei. Wie viele Menschen sie am Samstag in jeweils zwanzig Minuten für 15 bis 25 Euro „verunstaltet“ hat, konnte die junge Wittenerin irgendwann nicht mehr mitzählen. Von 10 bis 19 Uhr war ihr Schminkstuhl vor dem Unperfekthaus jedenfalls fast durchgehend besetzt.

Zombie-Walk 2012

Gut, dass Zombie-Braut Jennifer das schon zu Hause in knapp zwei Stunden selbst erledigt hatte, und das original Hochzeitskleid ihrer Mutter mit literweise Kunstblut hergerichtet hat. „Zu Halloween kann das ja jeder“, meint die Gelsenkirchenerin. Gerade der ungewöhnlich sommerliche Termin würde viele Horrorfans reizen. Im Winter müsse man die mühevolle Kostümierung schließlich wegen der Temperaturen meist verstecken.

Ob das die echte Braut, die gerade ihren Junggesellinnenabschied feierte, als sie auf die Zombie-Braut traf, auch so freut? Ein gemeinsames Foto war es jedenfalls wert, bevor die bis dahin versammelten rund 1000 Horrorgestalten um 19 Uhr loszogen in Richtung Viehofer Platz.

Zombie-Walk in Essen

Entgegen ihrer grausig-gefährlichen Erscheinung verlief die durch Polizeikräfte begleitete Wanderung dann auch gänzlich friedlich. Und glücklicherweise auch ganz frei von Verwesungsgerüchen.

Julia Rathcke



Kommentare
10.09.2012
20:51
Horror am hellichten Tag bei Zombiewalk und
von aulfes | #3

@nietnagel
wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Ich meinte das Verhalten der Stadtverwaltung. Die haben das Event kurz vor dem Start verboten und erst als Demo nach Gerichtsbeschluss zugelassen. Ich sag Provinz, tiefste Provinz.

10.09.2012
09:21
Horror am hellichten Tag bei Zombiewalk und
von nietnagel | #2

Nach Düsseldorf :-DDDDD Da laufen doch schon genug echte Untote rum. Seelenlose Möchtegern-Hauptstadt. Vielen Dank.

09.09.2012
19:36
Horror am hellichten Tag bei Zombiewalk und
von aulfes | #1

Coole Aktion!
Ein Trauerspiel, wie die Stadt Essen reagiert hat. Aber in der Provinzist es halt so. Deshalb: Leute geht nach Düsseldorf. Dort wird auch so ein Event mit Freude gefeiert. In Essen stellt man so etwas unter Polizeischutz. Kaum zu glauben.

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