Hogesa-Demo in Essen - Polizei befürchtet heißen Sonntag

Schon bei der ersten Hooligan-Demo am 21. September in Essen lag Gewalt in der Luft.
Schon bei der ersten Hooligan-Demo am 21. September in Essen lag Gewalt in der Luft.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
30 Organisationen unterstützen den Appell von „Essen stellt sich quer“. Ein Zeichen von Anspannung: Die Polizei wollte am Dienstag entscheiden, ob die Hooligan-Demo stattfindet – und vertagte sich.

Essen.. Die Angst vor einem „heißen Sonntag“ am 18. Januar wächst: Dementsprechend schwer tut sich das Polizeipräsidium anscheinend damit, die brisante Kundgebung der so genannten „Hooligans gegen Salafisten“ auf dem Willy-Brandt-Platz zu genehmigen. Eine für Dienstagnachmittag angekündigte Entscheidung wurde überraschend vertagt. „Das Abstimmungsgespräch mit dem Veranstalter hat stattgefunden und wir prüfen jetzt“, gab sich ein Polizeisprecher betont zugeknöpft.

HoGeSa Schauplatz dieses Abstimmungsgespräches war Dienstagmittag die Polizeiinspektion Mitte im III. Hagen. Ein Gespräch, bei dem sich HoGeSa-Anführer und Polizeichefs an einem Tisch gegenübersaßen.

Kopfzerbrechen über die Gewaltbereitschaft der Hooligans

Dem Vernehmen nach glühen die Drähte zwischen dem Polizeipräsidium und dem NRW-Innenministerium. Was den Verantwortlichen in Essen wie in Düsseldorf so viel Kopfzerbrechen bereitet, ist die Gewaltbereitschaft der Hooligans. Bei der Demo in Köln hatte der rechtsextreme Mob einen Einsatzwagen der Polizei umgeworfen und mehr als 40 Beamte verletzt. In Hannover, bei der letzten HoGeSa-Demo, hatte die Polizei die Lage im Griff, die befürchtete Randale blieb aus.

Gibt es in der Stadt eine Alternative zum Kundgebungsort Willy-Brandt-Platz? Nicht wirklich, angesichts von mehreren Tausend Hooligans und Gegendemonstranten sowie 5000 Polizisten. Der Kennedyplatz etwa ist blockiert durch die Eisbahn von „Essen On Ice“.

Bündnis aus Parteien, Kirchen, Künstlern und Sportvereinen

Unterdessen gewinnt das Aktionsbündnis „Essen stellt sich quer“, das die Gegendemo für den 18. Januar angemeldet hat, spürbar an Zulauf. Beim Plenum am Montagabend fanden sich 50 Vertreter von 30 Organisationen ein – darunter Parteien wie SPD, CDU, Grüne, Linke und Parteipiraten, Kirchen, Jugendorganisationen, Künstler und Sportvereine, allen voran RWE-Boss Michael Welling.

In der dabei verabschiedeten Resolution „gegen Rassismus und für Vielfalt in Essen“ heißt es: „In Essen ist kein Platz für rechtsradikales und rassistisches Gedankengut und Gewalt“. Und: „Wir im Ruhrgebiet haben eine lange Einwanderungstradition und werden weiterhin am solidarischen Umgang miteinander festhalten.“

HoGeSa, so heißt es in dem Appell, sei eine „Vereinigung von kriminellen Schlägern, Hooligans und Rechtsradikalen“. Am liebsten sähe das Aktionsbündnis die „rassistische, volksverhetzende und grundgesetzwidrige Kundgebung“ der Hooligans verboten. „Wir spüren viel Zustimmung in der Bevölkerung“, sagt Bündnis-Sprecher Max Adelmann, und fügt optimistisch hinzu: „2000 Menschen in Essen zu mobilisieren, das ist unser sportlicher Anspruch.“