Höfe und Häuser verwahrlosen

Ex-CDU Ratsmitglied Dieter Geeven kennt die verwahrlosten Hinterhöfe an der Rahmstraße seit langer Zeit.
Ex-CDU Ratsmitglied Dieter Geeven kennt die verwahrlosten Hinterhöfe an der Rahmstraße seit langer Zeit.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Durch den Brand in einem Mehrfamilienhaus am Palmbuschweg rücken wieder die verwahrlosten Wohnhäuser in den Blickpunkt. Zustände, die allerdings nicht neu sind.

Essen-Altenessen..  Der Brand in einem Mehrfamilienhaus am Palmbuschweg in Altenessen, bei dem die Feuerwehr 22 Personen retten konnten, lenkte die Aufmerksamkeit erneut auf den schlechten Zustand der Häuserreihe, hier sowie um die Ecke an der Rahmstraße. Wie berichtet, gehören die heruntergekommenen Gebäude einem Busunternehmer aus Schonnebeck.

Für Dieter Geeven, Altenessener Urgestein und bis 1995 auch CDU-Ratsmitglied, sind die verwahrlosten Häuser und Grundstücke nichts Neues. „Als ich noch im Rat war, bin ich mit dem Bauordnungsamt hier in den Höfen gewesen und habe gezeigt, wie es hier aussieht“, erinnert er sich. Wirklich etwas passiert sei dann aber nicht.

Ursache des Übels sei das Zahlungssystem: Miete und auch Kaution flössen häufig direkt auf das Konto des Hausbesitzers. Dieser habe dann gar kein Interesse, etwas davon in seine Objekte zu investieren, weil das Geld auch so auf seinem Konto lande. Und die Behörden kontrollierten nicht den Zustand der Häuser und ihres Umfeldes.

Andreas Lenz, seit einheinhalb Jahren Schulsozialarbeiter an der Hauptschule Bischoffstraße, bestätigt diesen Eindruck. „Leider entstehen solche Mietverhältnisse immer mehr“, sagt er. „Allerdings gibt es in anderen Essener Stadtteilen noch viel schlimmere Zustände. Das hier an der Rahmstraße geht gar nicht, aber es ist Standard geworden.“

Hilfreich sei die öffentliche Kontrolle, etwa durch einen Bezirksbürgermeiste. Wenn er auf die Mängel hinweise, dann würde auch etwas geschehen.

Dieter Geeven könnte sich noch ein anderes Druckmittel vorstellen: „Die Stadt oder das Job-Center sollten dem Hausbesitzer sechs Wochen Zeit geben für eine Sanierung. Was glauben Sie, wenn schnell er etwas tut, wenn er keine Miete mehr bekommt.“ Schnell kämen mehrere tausend Euro zusammen.

Eine 62-jährige Nachbarin besitzt im Eckhaus seit 1992 eine Eigentumswohnung – und leidet seitdem unter dem Umfeld. „Der Hausbesitzer macht gar nichts. Meine Schwiegertochter fragt mich immer, ob ich da noch länger wohnen wollte. Aber ich will hier nicht weg, meine Kinder sind hier groß geworden“, sprudelt es aus ihr heraus. Die gebürtige Griechin gibt auch der Stadt eine Mitschuld, dass sich hier nichts verbessert. „Bei uns sagt man: Die sind wie Popo und Unterhose – verklebt.“