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Hochsicherheitstrakt Fußballplatz: Tatort Bezirkssportanlage

25.01.2015 | 11:00 Uhr
Hochsicherheitstrakt Fußballplatz: Tatort Bezirkssportanlage
Wie kann man die neue Bezirkssportanlage Bäuminghausstraße in Altenessen bessern sichern? Diese Frage beschäftigt Politik und Vereine.Foto: Knut Vahlensieck

Essen-Altenessen.   Nach Einbruch in Geschäftsstelle des TuS Helene 1928 und weiteren Straftaten überlegt man nun, wie die Bezirkssportanlage gesichert werden könnte.

Wie muss man heutzutage eine nagelneue Bezirkssportanlage schützen? Darüber diskutierte man in dieser Woche im Sportausschuss des Rates. Muss etwa Nato-Draht her, damit Einbrechern die Lust an ihren Beutezügen vergeht? Auf diese – nicht erlaubte – Idee sind sie in Altenessen gekommen, nachdem es mehrfach zu Straftaten an der Bäuminghausstraße gekommen ist. „Die neue Anlage hat fast vier Millionen Euro gekostet. Die können wir uns doch nicht zerdeppern lassen“, stöhnt Wolfgang Rohrberg, Geschäftsführer des Essener Stadtsportbundes (Espo).

Es begann im vergangenen Sommer, als Unbekannte eine ganz infame Idee hatten: Sie streuten Glassplitter auf den Kunstrasenplatz. Doch das reichte ihnen noch nicht. Wolfgang Rohrberg: „Die Splitter waren auch noch grün, so dass man sie auf dem Rasen mit bloßem Auge kaum erkennen und deshalb auch nicht einfach einsammeln konnte. Das war eine ganz linke Nummer.“

Beute war vergleichsweise gering

Nicht weniger ärgerlich, was dann in der Nacht vom ersten auf den zweiten Weihnachtstag geschah. Bislang noch unbekannte Täter drangen in das Vereinsheim des TuS Helene 1928 ein. Sie brachen die Türen auf und durchsuchten die Geschäftsstelle, bis sie endlich vor dem Stahlschrank standen, den sie dann einfach mitnahmen. Die Beute war vergleichsweise gering, aber – wie so oft bei solchen Taten – war ihr ideeller Wert viel größer. Denn die Täter nahmen 97 Spielerpässe der Jugendmannschaften mit. „Zum Glück war es die fußballlose Zeit, deshalb hatten die Kinder keinen direkten Schaden“, berichtet Vereinsvorsitzender Hans-Jürgen Goetz. Außerdem zeigte der Fußballverband Niederrhein Verständnis und hätte sich mit elektronisch einsehbaren Spielberechtigungen zufrieden gegeben.

Dank der Polizei ist das Problem allerdings seit dieser Woche vom Tisch. Hannes Goetz: „Sie hat uns die Pässe erfreulicherweise wiedergebracht.“ Ob auch die Täter entlarvt wurden, weiß der Vereinsvorsitzende nicht: „Da hielt sich die Polizei noch bedeckt.“

Bargeld ist verschwunden

Verschwunden ist natürlich das Bargeld, das der Verein im Tresor aufbewahrt hatte. Neben Erlösen aus dem Tresenverkauf und Eintrittsgeldern waren darunter auch die vor Weihnachten eingesammelten Elternspenden für neue Trainingsanzüge. Diese sollten den Kindern zum Rückrundenstart überreicht werden. Justus Kaiser, der Sportliche Leiter, schrieb daraufhin auf „Facebook“ einen bitteren Brief an die Täter: „Wie schnell wir Geld für die versprochenen Trainingsanzüge wieder zusammenbekommen, ist jetzt offen. Aber ihr müsst ja nicht in die traurigen Gesichter der Kinder schauen, die Aufgabe habt ihr uns ja überlassen . . .“

Im Sportausschuss, aber auch im Verein selbst wird nun überlegt, ob die Fußballplätze mit Videokameras, besserer Beleuchtung, Bewegungsmeldern oder noch höheren Zäunen gesichert werden können. Einen Tipp befolgt der Verein schon sofort: „Wir lassen jetzt alle Türen offen, damit sie nicht wieder aufgebrochen werden.“

Und: Die Polizei fährt verstärkt Streife. Hannes Goetz: „Es soll sich niemand unbeobachtet fühlen.“

Rüdiger Hagenbucher

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Hochsicherheitstrakt Fußballplatz: Tatort Bezirkssportanlage
Hochsicherheitstrakt Fußballplatz: Tatort Bezirkssportanlage
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http://www.derwesten.de/staedte/essen/hochsicherheitstrakt-fussballplatz-id10268008.html
2015-01-25 11:00
Essen, Sportausschuss, Einbrecher, Vereinsheim, Polizei, Spenden, Bargeld
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