Hochhaus am Essener Hauptbahnhof wird nicht abgerissen

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Was wir bereits wissen
Eigentümer Aurelis hat sich entschieden: Das leerstehende Gebäude am Essener Hauptbahnhof aus den 60er Jahren wird grundlegend saniert.

Essen.. Abriss oder Sanierung? Hinter der Zukunft des alten Bosch- und DB-Hochhauses auf der Nordseite des Hauptbahnhofes stand lange Zeit ein Fragezeichen. Doch nun will Eigentümer Aurelis nach jahrelanger Diskussion Nägel mit Köpfen machen: Das markante Haus an der Hollestraße gegenüber vom Haus der Technik bleibt stehen und wird kernsaniert. Das bestätigte Olaf Geist, Leiter der Region West bei Aurelis. Gleichzeitig will Aurelis prüfen, ob an dem Gebäude in der Tiefe ein Anbau angesetzt werden kann – um die Grundrisse der Büros und somit die Vermietbarkeit des Hauses zu verbessern.

Deutsche Bahn wollte das Hochhaus abreißen lassen

Das Hochhaus steht nun schon über drei Jahre leer. Der letzte Mieter, die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), musste im Januar 2012 ausziehen, nachdem erhebliche Mängel beim Brandschutz festgestellt worden waren. Doch ein Grundsatzstreit zwischen Aurelis und der Deutschen Bahn um die Frage, wie die Zukunft des Hochhauses aussehen sollte, reicht noch weiter zurück.

Baumaßnahmen Ursprünglich wollte die Deutsche Bahn das Gebäude abreißen lassen und durch einen Neubau ersetzen. Dies war Teil weitreichender Pläne zur Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes, die die Bahn 2010/2011 präsentierte. Doch schon damals wehrte sich Aurelis gegen den Abriss des Hochhauses und die Deutsche Bahn musste ihre hochfliegenden Pläne an dieser Stelle begraben.

Nach Erkenntnissen von Aurelis wäre ein Abriss und ein anschließender Neubau statisch wie auch baurechtlich problematisch gewesen. Dennoch wird bei der Sanierung kaum ein Stein auf dem anderen bleiben. Im Grunde bleibe nur noch das Stahlskelett stehen, so Olaf Geist.

Bis zum Start dauert es noch ein bisschen

Bevor jedoch mit den Arbeiten begonnen werden kann, wird noch einige Zeit ins Land gehen: Zunächst muss Aurelis mit der Deutschen Bahn eine nachbarrechtliche Vereinbarung schließen. Unklar ist, ob die Bahn den Plänen nach dem jahrelangen Hin und Her nun einvernehmlich zustimmen wird.

RWE Geist ist optimistisch, dass bis Ende des Jahres das Projekt soweit entwickelt ist, dass Bauvoranfrage bei der Stadt gestellt werden kann. „Wir arbeiten derzeit mit Hochdruck daran“, sagte er. Zu den Kosten des radikalen Umbaus wollte sich der Aurelis-Manager nicht äußern.

Zumindest einem von derzeit mehreren leerstehenden Hochhäusern in der Stadt bleibt damit die Abrissbirne erspart. Weiter unklar ist dagegen die Zukunft des ehemaligen Iduna-Hochhauses am Limbecker Platz, wo bis Anfang vergangenen Jahres noch der Inkassodienstleister GFKL saß.

Iduna-Haus steht vor der Versteigerung

Der Eigentümer des Gebäudes, die EuroPRISA TMW Essen GmbH, hat Insolvenz anmelden müssen. Die finanzierende Sparkasse Essen hat die Zwangsversteigerung beantragt und rechnet frühestens Mitte/Ende Mai damit, dass das Gebäude unter den Hammer kommt.