Historische Wurzeln im Standort
17.12.2007 | 20:12 Uhr 2007-12-17T20:12:46+0100WIRTSCHAFT. Rechnet man alles zusammen, dann gibt es die Commerzbank seit 100 Jahren in Essen. Gestern wurde gefeiert.
"Herausforderung Globalisierung" hieß das Thema des Festvortrags, doch der Anlass der Feier, die gestern Gäste aus Wirtschaft und Politik in die Zeche Zollverein führte, war überaus lokaler Prägung: Seit 100 Jahren ist die Commerzbank in Essen präsent.
Die historische Wurzel bildet dabei die Mitteldeutsche Creditbank, die am 17. Dezember 1907 das Bankhaus North, Kammeier & Co. übernahm und es in eine Filiale umwandelte. Die Geschäftsräume befanden sich in der Akazienallee 16. Im Jahr 1919 nutzte die Mitteldeutsche Creditbank die Gelegenheit, das Gebäude Lindenallee 21 der liquidierten Rheinischen Bank zu erwerben und an diesen, noch heute genutzten Standort umzuziehen.
Das Gebäude der Rheinischen Bank galt Zeitgenossen mit seiner markanten Säulenfront als "eine Hauptzierde des Bankplatzes in Essen". Nur ein Jahr später kam auch das benachbarte Haus Nr. 23 hinzu.
Die Mitteldeutsche Creditbank zählte zu den bedeutenden deutschen Großbanken, sie verlor aber in den 1920er Jahren an geschäftlicher Dynamik. Einen Ausweg bot die im Jahr 1929 beschlossene Fusion mit der Commerz- und Privat-Bank (ab 1940 Commerzbank AG). In Essen hatte die Commerzbank im Jahr 1919 ebenfalls eine Filiale eröffnet - ganz in der Nachbarschaft, in der Lindenallee 1. Diese Niederlassung wurde nach der Fusion in die Geschäftsräume in der Lindenallee 21-23 übertragen. Dabei übernahmen die beiden Commerzbank-Direktoren Otto Jost und Hubert Schulte die Leitung der vergrößerten Filiale; der bisherige Filialleiter der Mitteldeutschen Creditbank, Friedrich Bürkle, wurde Abteilungsdirektor. In den 40er Jahren hatte die Filiale über 3300 Kunden mit rund 3700 Sparkonten. Der Personalbestand belief sich auf 70 Angestellte.
Nach schweren Bombentreffern im April 1944 musste das Bankgebäude aufgegeben werden. Die Filiale fand eine neue Bleibe im Allianz-Haus am Handelshof 1. Aber auch dieses Gebäude fiel dem Luftkrieg im März 1945 zum Opfer, wobei dieses Mal auch der Tresor mit den wichtigen Geschäftsunterlagen getroffen wurde. Nach dem Krieg wurde am alten Standort ein moderner Neubau errichtet.
In den 50er Jahren erlebte die Filiale Essen eine kräftige Expansion. Um den Kontakt mit den privaten Kunden zu erleichtern, wurden seit den 1960er Jahren Zweigstellen im Stadtgebiet sowie neue Filialen in der Region eröffnet. Insgesamt hat die Commerzbank Essen in diesen Jahren 16 Geschäftstellen errichtet; ihre Zuständigkeit erstreckte sich auf Bottrop, Gladbeck, Dorsten, Marl-Hüls und Recklinghausen im nördlichen Ruhrgebiet.
Die Commerzbank Essen gehört als Gebietsfiliale inzwischen zu den bedeutendsten Filialen innerhalb des Konzerns. Geleitet wird die Gebietsfiliale mit rund 700 Mitarbeitern heute von Hans Engelmann für das mittelständische Firmenkundengeschäft und Harald Mögebauer für den Bereich Privat- und Geschäftskunden. Er löste in diesem Jahr Manfred Schlaak ab, der in den Vorruhestand ging.
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