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Hilfsorganisationen buhlen mit zweifelhaften Methoden um Geld in Essen

10.09.2012 | 06:00 Uhr
Hilfsorganisationen buhlen mit zweifelhaften Methoden um Geld in Essen
Heute „Save the Children“, morgen WWF, übermorgen Unicef und nächste Woche „World Vision“ – zumeist junge Werber von Dialog-Agenturen versuchen im Auftrag zahlreicher Hilfsorganisationen Dauerspender und Paten auf der Kettwiger Straße zu sammeln. Und kassieren dafür Provisionen. An die Spielregeln halten sich jedoch nicht alle.Foto: WAZ-Fotopool

Essen.   Tagtäglich buhlen Werber von Dialog-Agenturen im Auftrag von Hilfsorganisationen wie „World Wide Fund For Nature“, „Save the Children“ oder World Vision in der Stadt um die Gunst der Passanten und um ihr Geld. Oft mit zweifelhaften Methoden.

Im Auftrag von WWF, Uni­cef , World Vision, Save the Children sowie vieler anderer Hilfsorganisationen sind Tag für Tag Werber in der Stadt unterwegs, versuchen etwa auf der Kettwiger Straße Paten für Menschen oder Tiere in Not zu gewinnen – Essener, die dauerhaft gute Zwecke unterstützen wollen. Stets haben sie Bilder parat, die Kinder in Krisen- und Kriegsgebieten zeigen, manchmal auch Tiere in abgeholzten Regenwäldern. Und dazu eine herzergreifende Geschichte: „Seit Jahren habe ich selbst mehrere Patenkinder,... die Situation in Asien und Afrika ist schwierig,... ich kann nicht anders, als zu helfen“, heißt es, wenn sie Passanten erst einmal dazu überredet haben, mit an ihren Stand zu kommen.

Oft schaffen sie dies, indem sie die Menschen anrempeln, sich vor sie stellen und bedrängen. Gestattet ist aggressives Vorgehen wie dieses seitens der Stadt nicht. Und trotzdem geht sie nur selten gegen die Werber vor, die mit den Hilfsorganisationen oft gar nichts zu tun haben. Sie kommen von Dialog-Agenturen und kassieren für jeden gewonnenen Paten und Dauerspender Provision.

Bis zu zehn Abmahnungen pro Jahr

Vergangenes Jahr wurden in der Stadt 214 Infostände genehmigt – von Hilfsorganisationen, Firmen und Parteien. Dieses Jahr sind’s bisher 160. Im Schnitt fünf bis zehn Abmahnungen wegen Fehlverhaltens versendet die Stadt jährlich – nach eigenen Feststellungen oder Beschwerden von Bürgern. Hält sich der Standbetreiber nicht an die Auflagen, muss er mit einem Bußgeld rechnen. Und damit, dass er keine erneute Erlaubnis bekommt. Bislang hat die Kommune Genehmigungen aufgrund wiederholter Verstöße zeitlich befristet ausgesetzt. „In diesem Jahr gab es bisher noch keine einzige Abmahnung“, heißt es aus dem Presse- und Kommunikationsamt der Stadt.

Erst kürzlich war auf der Kettwiger Straße erneut die bekannte Szenerie zu beobachten: Werber im Auftrag von World Vision, ein Hilfswerk, das sich mit Kinderpatenschaften für die Bekämpfung von Hunger, Not und Elend in benachteiligten Ländern einsetzt, buhlen um Paten. Zu mehreren bilden sie eine Kette, „fangen“ Passanten ein und versuchen ihnen, ein Spenden-Abo schmackhaft zu machen.

Monatliche Spende wichtig

Begeistert sprechen sie von ihren eigenen Patenkindern, der schwierigen Situation in Afrika und Asien und dass es wichtig sei, monatlich zu spenden. Passende Anträge dafür haben sie natürlich dabei. Und helfen beim Ausfüllen. Auf die Frage, ob sie nicht eine Bankverbindung parat haben, um der Hilfsorganisation einmalige Geld zukommen zu lassen, werden sie patzig. An „solchen Spenden“ sei man nicht interessiert, heißt es: „Das bringt uns nichts.“ Denn die jungen Werber werden, wie sich später herausstellt, pro Abschluss bezahlt.

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Kommentare
10.09.2012
23:57
Hilfsorganisationen buhlen mit zweifelhaften Methoden um Geld in Essen
von nussknacker | #10

würden diese Organisationen nicht 100 EUR pro Auftrag zahlen, dann wäre das Problem schnellstens gelöst.

Auch der ADAC und der ASB hat Werber, die...
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Hilfsorganisationen buhlen mit zweifelhaften Methoden um Geld in Essen
Hilfsorganisationen buhlen mit zweifelhaften Methoden um Geld in Essen
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http://www.derwesten.de/staedte/essen/hilfsorganisationen-buhlen-mit-zweifelhaften-methoden-um-geld-in-essen-id7069305.html
2012-09-10 06:00
Essen, Werbemaßnahmen, WWF, Ordnungsamt, Unicef, World Vision, Save the Children
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