High-Tech-Kampf gegen Schwarzfahrer
08.10.2009 | 10:56 Uhr 2009-10-08T10:56:00+0200
Essen. Die Essener Verkehrs-AG will künftig ihren Kampf gegen Schwarzfahrer mit neuesten elektronischen Mitteln verstärken. Durch eine computerunterstützte Kontrolle soll so die Zahl der illegalen Mitfahrer gesenkt werden.
José Luis Castrillo, Leiter des Kundenmanagements, plant mit seinem Team die Einführung einer computerisierten Kontrolle der Monats-Chipkarten in allen Evag-Bussen. Dabei muss jeder Fahrgast seine Fahrkarte in zehn Zentimeter Entfernung an einem elektronischen Lesegerät beim Busfahrer entlang führen. Wie bei einer Kontrolle durch Fahrkartenprüfer werden so die Daten der Chipkarte per Funk ausgelesen und mit der Liste gesperrter und ungültiger Tickets abgeglichen.
Bei ersten Pilotversuchen in Remscheid, Düsseldorf, Wuppertal und Duisburg hat man positive Ergebnisse erzielt. „Schon durch den kontrollierten Vordereinstieg haben wir die Zahl der Schwarzfahrer in Essen senken können; durch die elektronische Kontrolle erhoffen wir uns noch einmal eine bessere Einnahmesicherung”, sagte Castrillo. Der VRR hat immerhin bei einer Befragung von Fahrgästen in Wuppertal auch eine Akzeptanz für die elektronische Einstiegskontrolle festgestellt.
Nachrüstung der 150 Busse ist nicht billig
Die Nachrüstung der über 150 Evag-Busse ist allerdings nicht billig - die Erneuerung wird derzeit jedoch noch vom Land mit 2550 Euro pro Fahrzeug unterstützt. „Die Investition rentiert sich schnell. Wir können so den Missbrauch von gestohlenen oder verlorenen Chipkarten wirksam reduzieren, denn wir schrecken so viele Schwarzfahrer ab”, sagt VRR-Sprecher Lars Wagner. Auffallen würden dann auch Familien, die gleich für mehrere Kinder ein eigentlich nicht-übertragbares Schokoticket verwenden. Solche Missbräuche könnten derzeit nur Kontrolleure mit Prüfgerät in Stichproben entlarven.
Für Straßenbahnen, U-Bahnen oder S-Bahnen ist eine Ausstattung mit den neuen elektronischen Festgeräten allerdings nicht möglich - hier ist noch nicht einmal ein regelmäßiger Vordereinstieg mit Augenkontrolle des Fahrers zu realisieren. Deshalb sollen Kontrolleure nach Auskunft der Evag und des VRR durch die neuen High-Tech-Helfer auch nicht abgebaut werden - diese sollen dann verstärkt in Bahnen eingesetzt werden. Entschieden ist bei der Evag aber noch nichts - die Pläne von Castrillo müssen noch durch die Gremien.
23:55
WIE SIEHT DAS MIT DEM DATENSCHUTZ AUS ?
Die Schoko, Käse, Bier... Tickets sind nicht übertragbar und somit Personenbezogen, was mit dem Personalausweis geprüft werden kann. Die Neuen kommunizieren bald mit den Ticketableser und filtern die Unberechtigten raus
Hier kann dann auch die Person über ein Streckenprofil bespitzelt werden, wann und wohin sich der Fahrgast bewegt, natürlich pesonenbezogen. Das Handy kann man verleihen und die Daten verfälschen dann den Aufenthaltsort.
Hier bieten sich ungeahnte möglichkeiten, z.B.: die bespitzelung von HIV-Empfängern usw.
Ach , fahr doch lieber mit dem Auto........
14:28
Bei Nutzung diese Verkehrsangebotes gibt es für mich 2 wesentliche Risikofaktoren. Zum einen aggressive und kriminelle Elemente tagsüber fallweise aktiv. Zum anderen das Sicherheitspersonal, penetrant aktiv. Mich schützen die nicht. Fazit: NoGo.
17:30
@Elternzeitler,
So richen halt die Fahrgäste auf der 106 :D So kann man leider nichts gegen machen...
13:03
#37
Vollkommen richtig, warum gibt es nicht wenigstens an den S-Bahn/Straßenbahn-Haltenpunkten eine elektronische Fahrgastinformation.
12:32
Möchte ich auch unterschreiben !!!!
Warum nichtmal Hightech FÜR die Fahrgäste anstatt ständige gegen Sie????
08:22
Ich würde ja lieber mal in sauberen Bussen + Bahnen fahren. Wird die 106 in Essen eigentlich jemals richtig durchgewischt? Das rieht immer nach Kacke, ungelüftetem Schlafzimmer und ungewaschener Wäsche. Pünktlichkeit sollte ebenfalls eine Zierde sein. An der Höflichkeit hab ich eigentlich nicht viel zu meckern. Hätte sogar ein Lob: das Handy-Ticket funktionert 1a! Ach ja, der übermittelte Barcode kann von den Lesegeräten der Kontrolleure in Essen nicht gelesen werden. Tststs. Also ich mache ein Angebot. Wenn die EVAG die Dinger mal richtig sauber macht, darf sie mein Geld gerne in Hightech stecken.
07:18
Wenn die EVAG bzw. VRR zuviel Geld übrig haben, sollen sie lieber mal die Fahrpreise senken.
Die sind unverschämt hoch!
05:05
Die armen Studenten müssen also bald laufen :D
01:43
Wenn ich früher mit dem Bus zur Schule gefahren bin, musste ich beim Schaffner vorbei. Also entweder Monatskarte vorzeigen oder Ticket kaufen. Schwarzfahren ging da gar nicht. Und das alles ohne High-Tech.
Aber das Personal musste ja eingespart werden. Deshalb ist Bus- und Bahnfahren ja heute auch viel billiger als früher. :-)
21:47
Es bedarf eigendlich nicht High - Tech um gegen Schwarzfahrer vorzugehen. Wie wäre es wenn mehr Fahrkartenprüfer eingesetzt werden - eben ein paar mehr Menschen die in Arbeit und Brot kommen würden.