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Hespertalbahn in Essen kommt im neuen Jahr leiser daher

20.10.2012 | 11:00 Uhr
Hespertalbahn in Essen kommt im neuen Jahr leiser daher
Foto: Müller

Essen.   Der Bezug der neuen Eigenheime am Seebogen geht 2013 einher mit Auflagen für die Hespertalbahn. Maximal an 31 Betriebstagen im Jahr darf das Dampfross dann entlang des Baldeneysees zuckeln. Aus Rücksicht auf die neuen Bewohner am Wasser soll auch nicht geläutet oder gepfiffen werden.

Wenn am Sonntag die Dampflok D8 der Hespertalbahn dampfend zwischen dem Alten Bahnhof und Haus Scheppen fährt und zum Abschluss der Sommersaison fröhlich vor sich hin pfeift und schnaubt, dann blicken die Mitglieder des Vereins zur Erhaltung des Museumszug ruhig und gelassen ins nächste Jahr.

Ende September 2013 wollen sie den im Bau befindlichen Lokschuppen feierlich eröffnen. Bis dahin ist es zwar noch ein langer Weg, aber das Fundament für die neue Fahrzeughalle nahe der Sporthalle an der Prinz-Friedrich-Straße ist beinahe fertig und gut zu erkennen.

Und auch die Auflagen für den künftigen Dampfbetrieb, wenn auf dem ehemaligen Gelände der Zementfabrik die ersten Eigenheime der Seebogen-Siedlung bezogen werden, stehen: Maximal an 31 Betriebstagen im Jahr darf das Dampfross dann entlang des Baldeneysees zuckeln. Aus Rücksicht auf die neuen Bewohner am Wasser soll auch nicht geläutet oder gepfiffen werden – außer es dient der Verkehrssicherheit am neuen Übergang „Zementfabrik“.

Vier Tage für Wartung und Heizen

Im Rahmen der Planungsgenehmigung der Bezirksregierung Düsseldorf haben Gutachter sämtliche Einflüsse untersucht und Auflagen formuliert. Um die mögliche Feinstaubbelastung, zulässig sind Überschreitungen an 35 Tagen im Jahr, nicht zu forcieren, wollen die Verantwortlichen neben den 31 vier weitere Tage für Wartung und Heizen am Schuppen offen haben. Zum Vergleich: Ende 2012 sollen inklusive Weihnachtsbetrieb 19 Dampftage zu Buche stehen.

Hätte man diese Kröte nicht geschluckt, „wäre es nie zu einer Einigung gekommen“, sagt Vereins-Vorsitzender Roland Kirchhoff. Lange hatten sie mit der Stadt um den passenden Standort gerungen, der für die Nostalgie-Eisenbahner die erste feste Heimat seit Start des Museumszuges 1975 bedeutet. Künftig soll einmal im Monat eine Betriebsfahrt mit Diesellok, einmal im Monat mit Dampf stattfinden. „Wir können damit leben“, betont auch Pressesprecher Hans Hampel.

An 17 weiteren Betriebstagen dürfen die Hespertalbahner laut Genehmigung zu Wartungszwecken oder Fahrten außerhalb ihrer Strecke, etwa nach Bochum-Dahlhausen zum Eisenbahnmuseum, zwischen Lokschuppen und Anschlussgrenze der Deutschen Bahn „dampfend“ verkehren.

Bahner müssen penibel Buch führen

Über alle Anheiz- und Betriebsvorgänge der Dampfloks müssen sie ein Tagebuch für die Behörden führen. Beschränkt sind auch die Werkzeiten im Schuppen, dessen Tore bei Arbeiten stets geschlossen sein müssen: werktags und sonntags sind zwölf Stunden in der Zeit von 6 bis 22 Uhr erlaubt– davon dürfen sonntags jedoch nur drei Betriebsstunden in „Tageszeiten mit erhöhter Empfindlichkeit“ (6 bis 9, 13 bis 15, 20 bis 22 Uhr) fallen. Darüber müssen die Verantwortlichen ebenso Buch führen. Lärmtechnisch kamen die Gutachter an verschiedenen Messpunkten ebenfalls zum Ergebnis, dass alle Schallimmissionen bei Betrieb „unter den jeweiligen Grenzwerten liegen.“

Bis Dezember sollen die Tiefbauarbeiten abgeschlossen sein, im Anschluss kommt ein Hallenbauer und setzt seinen Stahlbau auf , bevor der Innenausbau abgeschlossen wird. Ein großes Schaufenster komme auf die Seite, wo der Biergarten des Eisenbahnersportvereins neu entstehen soll, so Kirchhoff. Warum? „Damit es ‘ne richtige Kulisse gibt, auch wenn wir nicht fahren.“

Tim Walther

Kommentare
22.10.2012
22:19
Hespertalbahn in Essen kommt im neuen Jahr leiser daher
von Westwind | #11

#10
Wieso, bitte schön, muss der Fahrbetrieb der Hespertalbahn "rationiert" und reglementiert werden? Lässt sich etwa ein Hobbypilot vorschreiben,...
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Hespertalbahn in Essen kommt im neuen Jahr leiser daher
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2012-10-20 11:00
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