Heroin im Gemüselaster - Elf Jahre Haft für Großdealer (36)

Im September entdeckten Rauschgiftfahnder 330 Kilogramm Heroin, versteckt zwischen und in Gemüsegläsern auf einem Sattelschlepper.
Im September entdeckten Rauschgiftfahnder 330 Kilogramm Heroin, versteckt zwischen und in Gemüsegläsern auf einem Sattelschlepper.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Das Gericht in Essen hat am Freitag einen 36-Jährigen zu elf Jahren Haft verurteilt. Er hatte laut Urteil in Gemüselastern Heroin eingeführt.

Essen.. Er stieg ganz groß ins Heroingeschäft ein, und deshalb liegt seine Strafe auch am oberen Rand: Zu elf Jahren Haft verurteilte am Freitag die XVII. Essener Strafkammer den Essener Hoschang A. (36). Er ist laut Urteil verantwortlich für die Einfuhr von rund 500 Kilogramm Heroin.

Nach seiner Festnahme im September 2014 hatte die Polizei einen LKW sichergestellt, auf dem versteckt zwischen eingelegten Gurken und Knoblauchgläsern 303 Kilo Heroin in Gemüsedosen und -gläsern gelagert waren. Die Polizei hatte das damals als größte Einzelmenge an Heroin bezeichnet, die je in Deutschland sichergestellt wurde.

Testtransporte aus dem Iran

Wegen Beihilfe bei einer ersten Lieferung von 192 Kilo Heroin im März 2014, da war der Stoff als Gemüsetransport in Tomatendosen versteckt, war der 30 Jahre alte Bruder Salar A. (30) angeklagt, ein Essener Gastronom. Ihn sprach die Kammer allerdings von diesem Vorwurf frei, weil sie keine Beweise für dessen Schuld sah. Sein Bruder Hoschang hatte in seinem späten Geständnis am 15. Prozesstag betont, dass er den Bruder nicht eingeweiht hätte.

Ausgelöst hatte das Verfahren ein Hinweis der türkischen Polizei Ende 2013. Er enthielt konkrete Hinweise vor allem zu Hoschang A., der im Gemüseimport seines Bruders arbeitete. Das Bundeskriminalamt begann mit Telefonüberwachungen und Observationen. So bekam es mit, dass mehrere Testtransporte aus dem Iran über die Türkei ins Ruhrgebiet liefen.

Bruder wegen Körperverletzung verurteilt

Salar A. hatte von Anfang an jede Mitwirkung am Drogentransport seines Bruders bestritten. Er hatte der Kammer erzählt, dass seine Familie im kurdischen Irak politische Probleme hatte und sein Bruder Hoschang A. als 17-Jähriger auch inhaftiert wurde. Eher aus Mitleid hätte er diesen später in seinem Gemüseimportgeschäft eingestellt.

Verurteilt wurde Salar A. am Freitag allerdings auch. Zwei Jahre Haft mit Bewährung bekam er wegen Körperverletzung, weil er im privaten Bereich einen früheren Freund wegen einer Indiskretion “bestraft” hatte.