Das aktuelle Wetter Essen 11°C
Bildung

Herbert Knebel wird Pate der Frida-Levy-Gesamtschule in Essen

23.12.2010 | 09:00 Uhr
Herbert Knebel wird Pate der Frida-Levy-Gesamtschule in Essen
Die Frida Levy Gesamtschule erhielt das Anti-Rassismus Gütesiegel. Im Bild: Aline Indriksons, Uwe Lyko alias Herbert Knebel, Giahn Miro und Jürko Ufert. Foto Walter Buchholz/WAZ FotoPool

Essen. Die Frida-Levy-Gesamtschule ist Mitglied im bundesweiten Netzwerk „Schule ohne Rassismus". Als Paten gewann sie dafür den Essener Komiker Uwe Lyko („Herbert Knebel“). An die eigene Schulzeit erinnert er sich mit gemischten Gefühlen.

Der Essener Komiker Uwe Lyko („Herbert Knebel“) ist jetzt Pate der Frida-Levy-Gesamtschule (Stadtmitte). Im Interview erinnert er sich an seine eigene Schulzeit. Lyko hat die Schirmherrschaft übernommen für die neue Mitgliedschaft der Schule im bundesweiten Netzwerk „Schule ohne Rassismus / Schule mit Courage“.

Mehr als 1200 Schüler der Schule hatten ihre Unterschrift abgegeben für den Beitritt ins Netzwerk. Damit verpflichten sich die Schüler, aktiv eine „Schulkultur der Gewaltlosigkeit“ zu pflegen und regelmäßig Anti-Rassismus-Projekte zu initiieren. An der Frida-Levy-Gesamtschule, dem früheren Humboldt-Gymnasium, haben 45 bis 50 Prozent der Schüler einen so genannten „Migrationshintergrund“. Das Signet „Schule ohne Rassismus“ tragen bundesweit etwa 800 Schulen; in Essen zum Beispiel das Alfred-Krupp-Gymnasium (Frohnhausen) sowie die Erich-Kästner-Gesamtschule (Steele).

Knebel ist gerne Pate geworden

„Mir ist es nicht schwergefallen, ,Ja’ zu sagen, als ich um diese Patenschaft gebeten wurde“, sagte Lyko gestern in der Schulaula bei einer offiziellen Feierstunde. „Ich wünsche allen Beteiligten viel Erfolg!“

Am Rande berichtete Lyko (56), wie er seine eigene Schulzeit in Erinnerung behalten hat. Lyko besuchte in Duisburg-Neumühl die Volksschule, in Moers ging er später zur Hauptschule. „In den Pausen haben wir Fußball gespielt und im Unterricht regelmäßig Blödsinn gemacht“, berichtete Lyko. „Eigentlich habe ich recht positive Erinnerungen.“ Sein Lieblingsfach sei „Deutsch“ gewesen, gerne habe er „Aufsätze und Nacherzählungen“ verfasst. Nach der Schule begann er eine Lehre als Fernmeldetechniker; in dieser Zeit fing er das Theaterspielen an.

Erinnerungen an brutalen Klassenlehrer

Lyko erinnerte sich jedoch auch an einen „äußerst brutalen Klassenlehrer“, der Schüler wahllos mit dem Lineal schlug. „Der ist dann erst sehr viel später von der Schule verwiesen worden, heute wäre so etwas wohl nicht mehr denkbar.“ Damals jedoch gehörte die Angst vor körperlicher Züchtigung zum Alltag. „Wenn man Unsinn gemacht hat“, erinnerte sich Lyko, „hat man eben immer in Kauf genommen, dass man später eine geschallert kriegt.“

Die Feierstunde in der Frida-Levy-Gesamtschule wurde musikalisch gestaltet von der Big Band der Schule, der Rap-AG und einer Gruppe von Schülerinnen, die kurdischen Folkloretanz präsentierten. Zwischendurch wurde die Urkunde offiziell übergeben.

Martin Spletter



Kommentare
Aus dem Ressort
Essens SPD auf OB-Kandidaten-Suche: Bitte melde Dich
Parteien
Die Bewerber-Doku der Sozialdemokraten geht in die entscheidende Phase: Mögliche Herausforderer von Amtsinhaber Reinhard Paß sollen sich bis 18. November melden. Notfalls gibt’s einen Mitgliederentscheid.
Awo-Mitarbeiter streiken - Notfallpläne für Seniorenzentren
Streik
In Essen sind rund 1300 Mitarbeiter der Arbeiterwohlfahrt zum Streik aufgerufen. Während sie auf die Straße gehen, werden einige Kindertagesstätten geschlossen bleiben. Eltern können ihre Kinder in Notgruppen unterbringen, sagt Gereon Falck von Verdi und: „Wir erleben eine hohe Solidarität.“
Neue Straßenbahn NF 2 am ersten Tag (fast) ohne Probleme
Evag
Stresstest bestanden: Die neuen Niederflurbahnen der Bauserie NF 2 der Evag haben den ersten Tag im Linienbetrieb nach Angaben des Unternehmens erfolgreich hinter sich gebracht.
Enkelin 136 Mal missbraucht - zweieinhalb Jahre Gefängnis
Prozess
Wie ein lieber Opa wirkt der Rentner aus Kettwig, der am Montag vor der V. Essener Strafkammer auf der Anklagebank sitzt. Doch die freundliche Fassade täuscht. Mindestens 136 Mal hat der 64-Jährige seine anfangs acht Jahre alte Enkeltochter sexuell missbraucht. Dafür muss er zweieinhalb Jahre ins...
Essenerin feiert als Poppy J. Anderson Erfolge mit Romanen
Buch
Eine Essener Historikerin veröffentlicht unter dem Namen Poppy J. Anderson Liebesromane im Internet. 600 000 E-Books hat die 31-Jährige über die Amazon-Plattform verkauft – bisher. Demnächst erscheinen auch noch drei ihrer Bücher gedruckt im Rowohlt Verlag.
Umfrage
Die Gastro-Kette Okinii wird 2015 mit einem japanischen Sushi- und Grill-Restaurant in die Theaterpassage zwischen Rathenaustraße und Hirschlandplatz ziehen, wo es auch ein Vapiano-Restaurant gibt. Die Sparkasse hofft auf „Okinii als Frequenzbringer“.

Die Gastro-Kette Okinii wird 2015 mit einem japanischen Sushi- und Grill-Restaurant in die Theaterpassage zwischen Rathenaustraße und Hirschlandplatz ziehen, wo es auch ein Vapiano-Restaurant gibt. Die Sparkasse hofft auf „Okinii als Frequenzbringer“.

 
Fotos und Videos
Herbstcup der KRG
Bildgalerie
Rudern