Heiße Debatte um die Nord-Süd-Autobahn
12.08.2009 | 16:45 Uhr 2009-08-12T16:45:00+0200Essen. Die seit Jahren geführte Diskussion über eine Nord-Süd-Autobahn durch Essen gewinnt kurz vor den Kommunalwahlen an Fahrt. Während CDU und FDP generell für den Bau der Trasse sind und die Grünen das Projekt rundweg ablehnen, rät die SPD dazu, sich auf den A52-Ausbau im Norden zu beschränken.
Die Zeiten, da die schwarz-grüne Mehrheit im Stadtrat das Streitthema einfach im politischen Giftschrank verstauen konnte, scheinen vorbei.
Im Planungsdezernat der Stadt jedenfalls geht man davon aus, dass der für den Autobahn-Bau zuständige Landesbetrieb Straßen NRW möglichst zügig eine Weiterführung der A44 aus Velbert über die heutige Trasse der B227 (Dilldorf, Kupferdreh) bis zur A52 in Bergerhausen anstrebt. In der Folge soll auch die A52 zwischen den Autobahnkreuzen Essen-Ost (A40) und -Nord (A42) weitergeführt werden. Hintergrund: Die bereits bis Dilldorf ausgebaute A44-Trasse rechnet sich nur, wenn der Verkehr nicht weiter nördlich vor den Ampeln der Wuppertaler Straße und Ruhrallee strandet und sich dann durch die Stadt quält. Verschiedene interne Gespräche und Gutachten, heißt es, legten den Schluss nahe: Die Autobahnplaner wollen den Handlungsdruck schon bald deutlich erhöhen.
Ruhrallee-Tunnel soll den Verkehr aus Richtung Velbert schlucken
Ein rund 350 Millionen Euro teurer Ruhrallee-Tunnel soll dabei den Verkehr aus Richtung Velbert schlucken. „Straßen NRW” schwebt dabei eine Röhre vor, die möglichst weit südlich ansetzt und in einem unterirdischen Verfahren durch Bergerhausen bis zur A52 gegraben wird. Eine „Bürgerinitiative Ruhrallee” und der CDU-Ratsherr Henning Aretz plädieren indes für einen Ruhrallee-Tunnel, der südlich der A52 beginnt, aber auch den innerstädtischen Verkehr etwa aus Überruhr/Burgaltendorf (Marie-Juchaz-Straße), aus Steele (Westfalenstraße) und Rellinghausen (Frankenstraße) Richtung City aufnehmen kann.
Während CDU und FDP generell für den Bau der Nord-Süd-Autobahn sind und die Grünen das Projekt rundweg ablehnen, rät die SPD dazu, sich auf den A52-Ausbau im Norden zu beschränken. In diese Richtung argumentiert auch Planungsdezernent Hans-Jürgen Best. Er warnt davor, dass mit einer neuen Nord-Süd-Autobahn von Velbert bis zum Kreuz Essen-Nord bis zu 25 000 Autos pro Tag zusätzlich durch Essen geleitet würden. Vor allem Lkw-Verkehr, der bislang Essen weiträumig umfahre, würde angezogen. Die Lärmbelastung insbesondere für Kupferdreh, Heisingen, Byfang und Überruhr werde zunehmen. Ein Ruhrallee-Tunnel bringe zudem in der Bauphase erhebliche Belastung mit sich und werde allenfalls die Hälfte des heutigen Ruhrallee-Verkehrs aufnehmen. Aus Sicht des Planungsdezernenten liege dagegen der A52-Ausbau allein im Norden im Essener Interesse, da er den Norden besser an die Innenstadt anbinde.
23:12
Ich würde einfach mal vorschlagen, das die Baumknutscher an eine Staugeplagte Kreuzung gekettet werden. Und dann mal schauen. Von wegen ÖPNV. Was nützt dieser, wenn er im Stau steckt(schön anzusehen, wenn man von Essen nach Bottrop fährt) Diese Ökospinner sollen sich mal überlegen, was ein Familienvater macht, der in Kirchhellen wohnt und nach Essen muss. Bedingt durch die miserabele ÖPNV-Verbindung hat er zwei Möglichkeiten:Entweder arbeitslos oder mit dem Auto.Und jetzt bitte ein Kommentar von den Grünen??
13:06
@#24
Essen hat vorallem durch den Strukturwandel Einwohner verloren. In den 60igern lebten hier 700.000 Einwohner, jetzt 120.000 weniger. Das liegt daran, dass Krupp nicht mehr so viele Leute hier beschäfftigt, mit Verkehrswege hat das nichts zu tun. Wie in #19 ausgeführt, machte das Lebenswerte ein Stadt attraktiv, nicht die Infrastruktur (sprich Autobahnen).
Ihre Argumentation kann nur von einem kommen, der z.B. in Velbert wohnt, in Bottrop arbeitet, sich der S-Bahn verweigert und sich beschwert, dass er im Stau steht, obwohl sein PKW die 30km Luftlinie in 15 Minuten bewältigen könnte. Dann fehlt selbstverständlich eine durchgehende Autobahn.
10:51
Solange der ÖPNV in Essen und Umfeld keinen Großstadtcharakter aufweist und damit attraktiver wird, wird auch kein Berufspendler vom Auto umsteigen.
+++
Solange Abwrackprämien für neue Autos staatlich subventioniert werden anstatt das Geld in den ÖPNV zu investieren werden dürfte wenig Anreiz zum Wechsel vorhanden sein.
Nichtdestotrotz erstickt der Rand der Essener Innenstadt am Durchgangsverkehr, verursacht durch fehlende oder fehlgeplante Infrastruktur.
Außerdem würde der Ausbau der A44 / A52 auch den ÖPNV-Nutzern große Vorteile bringen, da die Busse und Bahnen nicht mehr im Stau stehen sondern vielleicht sogar die Fahrpläne einhalten könnten.
Vielleicht überzeugt das dann auch Autofahrer auf den ÖPNV umzusteigen.
10:17
@#24
Essen hat vorallem durch den Strukturwandel Einwohner verloren. In den 60igern lebten hier 700.000 Einwohner, jetzt 120.000 weniger. Das liegt daran, dass Krupp nicht mehr so viele Leute hier beschäfftigt, mit Verkehrswege hat das nichts zu tun. Wie in #19 ausgeführt, machte das Lebenswerte ein Stadt attraktiv, nicht die Infrastruktur (sprich Autobahnen).
Ihre Argumentation kann nur von einem kommen, der z.B. in Velbert wohnt, in Bottrop arbeitet, sich der S-Bahn verweigert und sich beschwert, dass er im Stau steht, obwohl sein PKW die 30km Luftlinie in 15 Minuten bewältigen könnte. Dann fehlt selbstverständlich eine durchgehende Autobahn.
00:13
Diese Entscheidung wird in 10 Jahren nicht getroffen! Nicht imRuhrgebiet.
21:37
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18:18
@ # 24
Wer meidet Essen in welcher Form, und wie würde das Nichtmeiden zu einem Wachstum beitragen?
Über eine Erklärung würde ich mich freuen.
mfg
1/3
16:54
@ mao
Ja, ja... Essen ist keine dynamisch wachsende Großstadt mehr. Genau deshalb weil seit mehr als zwei Jahrzehnten durch diese unseligen Diskussionen über notwendige und überfllige Infrastrukturmaßnahmen Essen gemieden wird wie die Pest.
15:16
@ nonow Sie haben Recht, polemisch in Wortsinne ist beides. Ich denke aber: Der Vorwurf Nicht arbeiten wollen hat eine deutliche andere Wertigkeit als die Kritik an der Bequemlichkeit. (So Sie sich darauf beziehen). Letztere kann man in diversen Beiträgen erkennen, Ihre Anwürfe finde ich nirgendwo gerechtfertigt. Wenn Sie das diskutieren wollen: Ich stehe gerne zur Verfügung.
10:21
Absolut richtig mao!