Heimatgefühl ist so stark wegen der Globalisierung

Borbeck..  „Nicht trotz, sondern wegen der Globalisierung ist das Bedürfnis größer geworden, einen Punkt zu haben, den man Heimat nennen kann.“ Das sagte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) bei der „Maienmahlzeit“, zu der ihn der Borbecker Bürger- und Verkehrsverein (BBVV) am Freitagabend als Ehrengast in die „Dampfe“ eingeladen hatte, um über „Heimat – Zwischen Verfassungsstaat und Bürgergesellschaft“ zu sprechen. „Wir haben das Gefühl, dass die Welt kleiner geworden ist“, so Lammert weiter. Alles sei innerhalb von 24 Stunden erreichbar. Jeder Fleck auf der Erde. Ebenso verhalte es sich mit der Verfügbarkeit von Informationen. Das Wichtigste am Zuhause sei, dass die Umgebung vertraut ist und dass man sich zugehörig fühlt. Selbst der liebste Fußballverein, die Kirche oder der Kegelclub könne diese Funktion einnehmen. Der Konsens, die Übereinstimmung in einem gesellschaftlichen Gefüge sei ausschlaggebend für das Gefühl, daheim zu sein.

Das Thema rund um die Heimat, das die gesamte Maienmahlzeit begleitete, hatte der BBVV bewusst gewählt. Denn so 2. Vorsitzender Christof Beckmann: „Der 8. Mai als der 70. Jahrestag des Endes des 2. Weltkrieges gibt Anlass, sich mit der Heimatthematik zu beschäftigen.“ Und: „In Borbeck steckt viel Potenzial und es ist gut, wenn Herr Lammert dies heute mal sagt.“

Norbert Lammert überreichte den mit 250 Euro dotierten Förderpreis „Hand in Hand“ dem seit 1959 ehrenamtlich tätigen Förderkreis des Schönebecker Jugendblasorchesters (SJB). „Die moderne Gesellschaft lebt wesentlich von dem, was nicht staatlich geregelt werden kann“, lobte Norbert Lammert.