„Heil Hitler“-Rufe sorgen für Empörung

Die Jugendlichen, die während des Rosenmontagszuges in Rüttenscheid „Heil Hitler“-Rufe skandiert hatten, haben bei den Essener Linken für Empörung gesorgt: „Das ist nicht das erste Mal, dass so etwas passiert“, erinnert Sonja Neuhaus, Sprecherin des Kreisverbandes. „Auch im letzten Jahr tauchten plötzlich maskierte Gestalten bei dem Zug auf, die der Neonazi-Szene zuzurechnen waren.“ Es gehe nicht an, dass Neonazis den Karneval für ihre Zwecke missbrauchten.

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei laufen bereits. „Natürlich handelt es sich bei solchen Ausrufen um eine Straftat“, sagt Oberstaatsanwältin Anette Milk über den Vorfall. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist es allerdings müßig, über mögliche Strafen für die Jugendlichen zu spekulieren, da dies von vielen Faktoren abhängt.“ Eine Rolle spiele etwa, ob es sich bei den mutmaßlichen Tätern um polizeibekannte Rechtsradikale handelt, oder ob sich die Jugendlichen im alkoholisierten Zustand einen üblen Scherz erlaubt hatten. „Gerade im Jugendstrafrecht ist das Strafmaß sehr flexibel. Das Verfahren kann wegen Geringfügigkeit eingestellt werden oder die Betroffenen müssen Sozialstunden verrichten – das hängt stark von ihrer Vorgeschichte ab.“