Haus jüdischer Kultur
Zur Zoomansicht 12.07.2010 | 16:33 Uhr 2010-07-12T04:33+0200Nach knapp zweijähriger Umbauzeit wird am Dienstag die Alte Synagoge Essen als Haus jüdischer Kultur eröffnet.
"Hier soll ein Haus einer interkulturellen Begegnung mit der jüdischen Kultur entstehen. In diesem alten Haus soll mit modernen, zeitgemäßen und bisweilen witzigen und humorvollen Mitteln Neugier wachsen", sagte Essens Oberbürgermeister Reinhard Paß (SPD) am Montag. Die Kosten für den Umbau und die Ausstellung betragen knapp 7,8 Millionen Euro. Das Land übernimmt rund 80 Prozent der Kosten.
In fünf verschiedenen Ausstellungsbereichen wird ein Überblick über die jüdische Kultur gegeben. So wird unter anderem über die Quellen jüdischer Traditionen, jüdische Feste und die Geschichte der jüdischen Gemeinde Essen informiert. "Grundidee der Gestaltung ist, die Vielfalt des jüdischen Lebens in der materiellen Erscheinung der Ausstellung zu spiegeln und dabei gleichsam eine Perlenkette von Unikaten aufzuziehen", betonte Jürg Steiner, der für die Ausstellung zuständig war.
Einer der bedeutendsten Synagogenbauten seiner Zeit
Die zwischen 1911 und 1913 nach den Entwürfen von Edmund Körner erbaute Synagoge gehört zu den bedeutendsten Synagogenbauten ihrer Zeit in Deutschland. Sie ist heute der einzige freistehende, große Synagogenbau in Deutschland und zählt zu den größten Kuppelbauten nördlich der Alpen. Den Angaben zufolge beeindruckt sie im Inneren mit einer außergewöhnlich hohen Tageslichtqualität.
In der Pogromnacht im November 1938 wurde das Gebäude gebrandschatzt und im Inneren schwer beschädigt. Seither ist das Haus nicht mehr als Synagoge genutzt worden. 1959 kam das Gebäude in den Besitz der Stadt Essen, nachdem die kleine jüdische Nachkriegsgemeinde eine neue Synagoge erbaut hatte. In den 60er und 70er Jahren wurde das Haus als Museum für Industriedesign genutzt. 1980 wurde die Alte Synagoge dann als städtisches Kulturinstitut und Gedenkstätte eingerichtet. Später wurden Hauptraum und Vorhalle im Ansatz rekonstruiert.
Die Öffnungszeiten sind dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, der Eintritt ist frei. Ab September werden auch wieder Führungen angeboten. (ddp)
10:09
#5 Denkender
Nur zur Klarstellung, ich habe nichts gegen die Förderung von Kultur im Sinne von Geschichtserhaltung, aber dann besteht wirklich die Möglichkeit (vgl. #3), dass sich jeder auf die Religionsfreiheit beruft und auch öffentliche Gelder verbauen möchte Wo soll da die Grenze gezogen werden? Persönliche Meinung oder doch lieber objektive Kriteren?
08:57
@theRebel wir sollten Flagge zeigen. Die jüdische Kultur gehört zu Deutschland und Europa wie die christliche. Mir ist es 1000 mal lieber für Synagogen Steuergelder auszugeben als für Moscheen in denen zu Gewalt an Ungläubigen aufgerufen wird.
08:49
Warum ist der Zentralrat der Juden nicht auch als privater Sponsor aufgetreten, er hält sich doch sonst als allzuständig für alles, was in Deutschland passiert? Hier hätte er mal praktisch Flagge zeigen können beim Haus seiner Kultur!
08:13
Die Kosten betragen knapp 7,8 Millionen Euro. Das Land übernimmt rund 80 Prozent der Kosten.
Nix gegen den Bau und den Sinn,
aber ich fürchte jetzt Schlimmes, dass einige Kültürverbesserer das zum Anlaß nehmen und nach finanzieller Religionsfreiheit schreien.
Da Religion ein privates Geschäft ist, sollten künftig jeder Art von Subvention durch Steuermittel unterbunden werden.
21:49
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19:01
Herzlichen Glückwunsch und alles Gute, von solchen Einrichtungen brauchen wir wieder mehr.