Haus in der Heimat ist ausgebrannt

Die Familie wohnte in der Vergangenheit zusammen mit dem Großvater in einem Haus nahe Belgrad. 2014 fiel das Haus schließlich einem Feuer zum Opfer, der Großvater kam kurzfristig bei Verwandten unter. Auf dem Handy-Video, das ein Verwandter gedreht haben soll, sieht man die Überreste – Fundamente und Spülbecken, einige undefinierbare Aschehaufen. In ihr Haus kann die serbische Familie also nicht zurückkehren.

Ohne Job und ohne Sozialhilfe vom Staat ist vollkommen ungeklärt, wo sie wohnen werden. Laut Berichten von Amnesty International kündigt die serbische Regierung seit Jahren Umsiedlungsprogramme für Roma an. Im Zuge der Umsiedlungen sollen auch bessere, humanitären Richtlinien entsprechende Wohnverhältnisse geschaffen werden – das Ganze unterstützt durch EU-Gelder. Passiert ist bislang wenig.

Der Familie fehlt jede Grundlage für ein menschenwürdiges Leben. Ein Wohnsitz ist nicht mehr gegeben. Die Familie zieht buchstäblich auf die Straße. Obwohl keine Jobaussichten bestehen, gibt es keine soziale Absicherung wie in Deutschland. Das Bildungsniveau der Kinder wird auf den Elementarbereich zurückgestuft werden. Ein Ausweg aus Armut und aus sozialer Ausgrenzung ist nicht abzusehen.

Auf ihre Kinder sehen die Eltern bittere Enttäuschungen in Sachen Schule zukommen. Es gebe in Serbien „Spezialschulen“... Bei der Recherche stellte sich heraus, dass es in Serbien tatsächlich Schulen gibt, an denen nur Roma unterrichtet werden. Unabhängig vom vorhandenen Bildungsstand der Kinder werden viele in niedrigere Klassenstufen geschickt.