Hauer will eine „CDU pur“

Die CDU Essen hat den angekündigten Generationswechsel vollzogen: Auf dem Kreisparteitag in der Messe Essen wählten die Delegierten am Wochenende Matthias Hauer (37) mit 91,9 Prozent der Stimmen zum neuen Vorsitzenden und damit zum Nachfolger von Franz-Josef Britz (67), der das Amt zwölf Jahre inne hatte.

Für Matthias Hauer bedeutet der Parteivorsitz nach dem Einzug in den Bundestag 2014 einen weiteren Schritt auf der politischen Karriereleiter. Abzuwarten bleibt nun, ob er den Kreisverband ebenso geräuschlos führen wird wie sein Vorgänger. Vor den Delegierten erklärte Hauer: „Wir müssen eine Mitmachpartei werden.“ Dabei gelte es deutlicher zu machen, wofür eine „CDU pur“ stehe. In Zeiten, wo im Bund, aber auch in Essen eine große Koalition regiere, sei dies „um so wichtiger“.

Sollte Hauer die CDU in Essen stärker als konservative Partei positionieren wollen, wäre dies ein interessantes Experiment angesichts der Verluste, welche die Christdemokraten gerade bei Wahlen in Großstädten eingefahren haben. Oberbürgermeister-Kandidat Thomas Kufen tritt deshalb für eine CDU ein, die sich gerade städtischen Milieus mehr öffnet. Deutet sich hier eine Arbeitsteilung zwischen OB-Kandidat und Parteichef an?

Hauers Vorgänger im Amt, Franz-Josef Britz, hatte freiwillig auf eine weitere Amtszeit verzichtet. Mit 95,5 der Stimmen wählten die Delegierten den Ratsherrn, ehrenamtlichen Bürgermeister und ehemalige Landtagsabgeordneten zum Ehrenvorsitzenden.

Nicht nur Britz verließ die erste Reihe der CDU. Mit Schatzmeister Bernhard Görgens und dem langjährigen Landtagsabgeordneten aus Burgaltendorf, Manfred Kuhmichel, traten zwei weitere „alte Kämpen“ zurück ins Glied. Beide gehörten dem Parteivorstand seit Jahrzehnten an.