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"Hannah Arendt" feierte Premiere in der Lichtburg in Essen

09.01.2013 | 18:23 Uhr
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Deutschlandpremiere von „Hannah Arendt“ in der Lichtburg.Foto: Alexandra Roth

Essen.  Deutschlandpremiere von „Hannah Arendt“ in der Lichtburg. NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, ihre Stellvertreterin, Schulministerin Sylvia Löhrmann, und Ministerin Angelica Schwall-Düren waren dabei.

Es gibt tatsächlich berühmte deutsche Schauspieler, die noch nie in der Lichtburg waren. Axel Milberg beispielsweise gehörte bis zum Dienstagabend dazu. Die Deutschlandpremiere von „Hannah Arendt “ änderte das jetzt: Milberg kam, sah, lobte – und nörgelte auch ein wenig: Die Notausgangsschilder seien doch sehr hell – womit er bei dem oft düsteren und stark rauchgeschwängerten Film durchaus recht hatte.

Aber auch Milberg wurde beklatscht und gefeiert, fast so sehr wie die „starken Frauen“, mit denen er in diesem Film zu tun hatte: Barbara Sukowa in der Titelrolle der Hannah Arendt und Regisseurin Margarethe von Trotta. Er fügte zum „weiblichen Triumvirat“ noch Kamerafrau Caroline Champetier hinzu – und empfahl allen Männern, die Zusammenarbeit mit einem solchen Team durchaus zu versuchen.

Die Last der Emigration

Regisseurin Margarethe von Trotta lobte vor allem den Mut der Produzenten, die ihr die Freiheit ließen, weite Teile des Films auch in Englisch mit Untertiteln zu belassen – um so die Last der Emigration und die Schwierigkeiten, in fremder Zunge zu denken und zu sprechen, spürbar werden zu lassen.

Barbara Sukowa war es vorbehalten, das fast schon obligatorische Lob fürs schöne Kino auszusprechen: Wenn ein Projekt in einem solchen Kino sein Ende finde – beziehungsweise den Anfang des öffentlichen Auftritts –, dann sei das ein Grund, Danke zu sagen.

Premiere in der Lichtburg

Wenn es um die Ehrengäste ging, so konnte man am Dienstagabend in Essen ein weiteres weibliches Triumvirat ausmachen, das sonst weniger auf dem roten Teppich als auf dem politischen Parkett zu Hause ist. NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft , ihre Stellvertreterin, Schulministerin Sylvia Löhrmann , und Angelica Schwall-Düren – als Landesministerin unter anderem für Medien fällt Film ja zweifelsohne in ihr Fach.

Bei einem so politischen Leben und einem so politischen Film mischten sich die Sphären dann auch nach der zweistündigen und voll besetzten Deutschlandpremiere in der Filmbar des Lichtspielhauses, wo noch bis Mitternacht über den Film, das Leben und die Politik diskutiert wurde. Hannah Arendt hätte dabei wohl nur aus einem Grund gepasst: Weil sie Kettenraucherin war – und die Lichtburg selbstredend qualmfrei ist.

Stephan Hermsen

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