Handy-Räuber sticht auf Schüler ein – Täter in Bayern gefasst

Die Polizei Essen hat die Öffentlichkeitsfahndung nach dem brutalen Räuber aus der U-Bahn eingestellt. Der Täter ist nicht mehr auf freiem Fuß.
Die Polizei Essen hat die Öffentlichkeitsfahndung nach dem brutalen Räuber aus der U-Bahn eingestellt. Der Täter ist nicht mehr auf freiem Fuß.
Foto: Patrick Schlos
Der Handy-Räuber, der im Altenessener U-Bahnhof Karlsplatz einen 15-jährigen Schüler mit einer Stichwaffe verletzt hat, ist den Behörden in Bayern ins Netz gegangen. Die Polizei Essen hat die Fahndung mit Videobildern am Donnerstag eingestellt.

Essen.. Die Polizei hat den mutmaßlichen Messerstecher gefasst, der einen 15-Jährigen im Altenessener U-Bahnhof Karlsplatz verletzt und beraubt hat. Wie es am Donnerstagabend hieß, ist der Mann den Behörden in Bayern ins Netz gegangen. Das Alter und die Herkunft des Verdächtigen sind noch nicht bekannt. Wie Polizeisprecher Peter Elke sagte, werde nun geprüft, ob weitere Straftaten auf das Konto des Festgenommenen gehen. Darauf deutet offenbar einiges hin: „In den letzten Tagen erreichten uns zahlreiche Hinweise“, sagte Elke.

Fahndung mit Fotos und Video aus Überwachungskamera

Nach der Attacke auf den Schüler am 17. Juli hatte die Polizei mit Fotos und einem Video aus einer Evag-Überwachungskamera nach dem Unbekannten gefahndet. Ziel des Täters war es offenbar von Anfang an, das Handy des Jugendlichen zu rauben, der sich mit dem Telefon in der Hand auf eine der Bänke im U-Bahnhof gesetzt hatte. Als der Jugendliche den Drohungen des Räubers nicht sofort nachkam, stach dieser mehrfach zu und ergriff zeitgleich das Mobiltelefon. Trotz der leichten Stichverletzungen verfolgte der Schüler den Räuber, brach jedoch ab, als der Bewaffnete ihn mit dem Tode bedrohte.

Erneut hat die neue Kameratechnik der Evag zu einem Fahndungserfolg geführt. Seit dem Frühjahr laufen an den Stationen in Essen 530 Kameras im Dauerbetrieb und speichern alle Bilder automatisch. Auch in 41 U-Bahnhöfen und oberirdischen Stationen werden die Bilder erst nach 72 Stunden gelöscht. 250 neue Kameras sind so positioniert worden, dass sie die Fahrgäste praktisch auf Schritt und Tritt verfolgen – vom U-Bahn-Eingang bis zum Bahnsteig. Nirgendwo sonst in Essen gibt es eine derart großflächige Videobeobachtung. (j.m.)