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Handy-Fahrpläne für Evag und VRR werden in Essen immer beliebter

04.10.2012 | 08:00 Uhr
Handy-Fahrpläne für Evag und VRR werden in Essen immer beliebter
Da kommt der Bus, und das Handy hat’s schon vorher gewusst: Auf dem Smartphone werden seit Juni auch die möglichen Verspätungen von Bus und Bahn der Evag angezeigt.Foto: Sebastian Konopka

Essen.  Die Zahlen der mobilen Anwendungen (Apps) für Evag und VRR explodieren: Mittlerweile zählen die Verkehrsbetriebe 18 Millionen Anfragen pro Monat. Der klassische Fahrplan dürfte in Zukunft ausgedient haben. Der Vorteil - die Apps zeigen Ankunftszeiten und Verspätungen in Echtzeit an.

Immer mehr Bürger sparen sich den Blick auf den Fahrplan aus Papier – und schauen auf ihrem Smartphone nach, wenn sie die Abfahrtzeiten von Bus und Bahn der Evag wissen wollen. Als Smartphones werden Mobiltelefone bezeichnet, mit denen man auch im Internet surfen kann.

Die Zugriffszahlen auf die mobilen Anwendungen („Apps“) des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) explodieren: Zum Start der „VRR-App“ wurden im Monat März 2011 knapp 1,4 Millionen Mal die individuellen Abfahrtszeiten abgerufen. Rund anderthalb Jahre später, im August 2012, lag diese Zahl schon bei über 18 Millionen Mal. Im Verbreitungsgebiet des VRR leben 8,1 Millionen Bürger.

Auf dem Smartphone werden nicht nur Fahrplan-Daten angezeigt, sondern sogenannte „Echtzeit-Daten“: Seit diesem Frühjahr können Fahrgäste der Evag auf ihrem Smartphone auch sehen, welche ihrer Linien Verspätung hat. Das heißt, angezeigt werden nicht nur die regulären Fahrplan-Daten, sondern die echten Abfahrtzeiten. „Die Reaktionen auf die mobilen Fahrplan-Anwendungen sind durchweg positiv“, berichtet Evag-Sprecher Olaf Frei.

„Echtzeit-Daten“ für (fast) alle Linien

„App“ macht der Internetseite Konkurrenz

Die mobile Fahrplan-Anwendung („App“) des VRR ist so populär, dass sie der klassischen VRR-Fahrplan-Auskunft im Internet Konkurrenz macht.

Der VRR verzeichnet rund 28 Millionen Fahrplan-Abfragen auf seiner Homepage www.vrr.de im Monat (Stand August 2012). Diese Zahl lag 2011 bei 31 Mio monatlich. Grund: die Smartphones.

So funktioniert die „VRR-App “ fürs Smartphone, egal, ob es sich um ein Apple-I-Phone handelt oder um ein Gerät mit dem Betriebssystem „Android“: Einfach aufrufen – das Handy ortet dann von selbst seinen Standort und zeigt automatisch die Haltestellen von Bus und Bahn an, die am nächsten gelegen sind – plus entsprechende Abfahrtszeiten und eventuelle Verspätungen. Diese „Echtzeit-Daten“ werden für alle Linien angezeigt, außer für die Stadtbahn-Linien U11, U17 oder U18. Das hat technische Gründe, wird aber anders, wenn die Gesellschaften Evag (Essen), MVG (Mülheim) und DVG (Duisburg), die gemeinsam als „Via“ verbunden sind, ihr neues, internes Digital-Funknetz erhalten. In drei Jahren soll die Umstellung abgeschlossen sein. Erst in dieser Woche wurde bekannt, dass die Firma Motorola den Zuschlag für den internen Digitalfunk erhalten hat – Motorola stattet jetzt „Via“ und die Rheinbahn in Düsseldorf mit insgesamt 1500 Geräten für Bus und Bahn aus.

Wird es den guten alten Fahrplan aus Papier an den Haltestellen irgendwann nicht mehr geben? „So weit wird es sicher nicht kommen“, sagt Evag-Sprecher Olaf Frei. Auch das dicke Evag-Fahrplan -Buch, das immer zum Fahrplan-Wechsel neu aufgelegt wird, werde es weiter in gedruckter Form geben, prognostiziert Frei. „Andere Verkehrsgesellschaften wie zum Beispiel die Bogestra haben das aber schon abgeschafft.“ Doch bei allen technischen Neuerungen: Alte Gewohnheiten der Kunden würden respektiert.

Martin Spletter


Kommentare
06.10.2012
23:19
Handy-Fahrpläne für Evag und VRR werden in Essen immer beliebter
von Westwind | #5

Offenbar müssen auch die Fahrer der EVAG über das Handy stets ihre Fahrzeiten erfragen. Anders ist folgende Beobachtung nicht zu erklären: Freitag, 5.10.2012, Haltestelle Alfred-Krupp-Schule, Linie 109. Kurs 8, Wagen-Nr. 1521, planmäßige Abfahrtzeit 17:23. Mit ca. 5 Minuten Verspätung biegt die Bahn mit erheblicher Geschwindigkeit von der Martin-Luther-Straße in die Frohnhauser Straße ein. Der Fahrer hält ein silbernes Handy in der Hand, tippt etwas ein. Mit ziemlich rüdem Fahrstil geht es bis zur Haltestelle Gervinusstraße. Einer der dort aussteigenden Fahrgäste mustert den Fahrer scharf, worauf er die Hand mit dem Handy sinken lässt, aber unverdrossen weiter tippt. Reichen nicht zwei schwere Unfälle mit Verletzten, erheblichen Sachschäden -schrottreifen Straßenbahnzügen- , bei denen nicht technisches Versagen, sondern unachtsame Fahrer die Ursache waren ?!

04.10.2012
16:49
Handy-Fahrpläne für Evag und VRR werden in Essen immer beliebter
von osis | #4

Wenn die iphone-App wenigstens so gut wäre wie man hier glauben mag. Das Drecksding stürzt ab und andere Verkehrsverbünde haben da deutlich bessere Oberflächen... Ich nutze die kaum, macht keinen Spass und dauert einfach zu lange. da ist noch viel Potential...

Und das obwohl ich täglicher ÖPNV Nutzer bin...

04.10.2012
13:37
Handy-Fahrpläne für Evag und VRR werden in Essen immer beliebter
von tomatenkiller_neo | #3

Also wenn die Echtzeiten dem Internet entsprechen, dann gute Nacht.
Wenn die S1 in Essen schon 10 Minuten Verspätung hat, ist sie im
Bochumer HBF aber immer noch als pünktlich gekennzeichnet ....

04.10.2012
10:05
Handy-Fahrpläne für Evag und VRR werden in Essen immer beliebter
von MaSh | #2

Mein Lieblingssatz am Ende:
"Alte Gewohnheiten der Kunden würden respektiert."

Kunden und Respekt in einem Satz von der EVAG?! Naja... ^^

04.10.2012
09:23
Handy-Fahrpläne für Evag und VRR werden in Essen immer beliebter
von Entschuldigung | #1

Entschuldigung,

"Der klassische Fahrplan dürfte in Zukunft ausgedient haben. Der Vorteil ",

Muss sich jetzt jede Omi ein Handy mit Apps kaufen, um Straßenbahn zu fahren?

vor ein paar Jahren, da gabs nur die Post, da kam man mit 20 Mark, 10 Euro im Monat fürs Telefon aus!
Heute sind es zich Euronen mehr und was haben wir gewonnen?
Die einen Kids klauen den anderen Kids die Handies aufm Schulhof!
Früher, als man nur Pausenobst und -Brote mit hatte, da brauchte man keine Angst haben, dass diese einem geklaut wurden!

1 Antwort
Handy-Fahrpläne für Evag und VRR werden in Essen immer beliebter
von Dr.Noetigenfalls | #1-1

Ganz früher sogar, da gab es gar keine Schulen...nur Faustkeile...aber da musste man aufpassen, dass man nicht den Faustkeil von seinem Konkurrenten vor die Stirn geschlagen bekam.
Haben wir irgendwas gewonnen dadurch?

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