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Energieberatung

Handeln, bevor es zappenduster wird

21.03.2012 | 19:00 Uhr
Handeln, bevor es zappenduster wird
Versteckte Stromfresser: Harald Gimborn von der Energieberatung misst die Temperatur in einem Kühlschrank. Foto: Uwe Möller

Essen.   Der Energiesparservice Essen berät gemeinsam mit dem RWE bei drohenden Stromsperren und gibt Tipps zum Energiesparen.

Oft sind es verzweifelte Anrufe, die beim Energiesparservice Essen, einem Projekt der Neuen Arbeit, eingehen. Denn meist geht es den Menschen, die dort Rat suchen, um mehr, als nur ein paar Euro zu sparen. Es geht darum, eine Stromsperre zu vermeiden, wenn die letzte Rechnung des Energieanbieters das Budget zu sprengen droht. Die Energieberater befinden sich in einer Beschäftigungsmaßnahme, auch bekannt als Ein-Euro-Job, der vom Jobcenter gefördert wird.

Seit knapp zwei Jahren gibt es das Beratungsangebot, an dem seit Kurzem auch das RWE beteiligt ist. „Die Nachfrage steigt ständig“, sagt Abteilungsleiter Karsten Schwanekamp von der Neuen Arbeit. Mit dem Pilotprojekt habe man bereits 1200 Kunden erreicht, so dass der Mitarbeiterstamm nach einem Jahr von 15 auf 30 aufgestockt werden musste. Denn in Nordrhein-Westfalen grassiert die Energiearmut, wie die Ergebnisse einer Umfrage der Verbraucherzentrale NRW zeigen: So wurden 2010 nach Auskunft führender Grundversorger in der Region über drei Millionen Mal die Zahlung der Stromrechnung angemahnt. Nach 340.000 Sperrandrohungen wurde in 62.000 Haushalten dann tatsächlich der Saft abgedreht.

„Das Problem haben wir auch bei uns in Essen“, sagt Schwanekamp. „Das zeigen uns die zahlreichen Anfragen.“ Deshalb gebe man Empfängern von Transferleistungen, an die sich das Angebot zurzeit noch ausschließlich richtet, rechtzeitig Hilfestellung. Die Berater des Energiesparservice haben eine achtwöchige Schulung durchlaufen und besuchen betroffene Haushalte mit Messgeräten, um Stromfresser wie veraltete Kühlschränke zu entlarven. Bei einem weiteren Besuch bekommen die Kunden auch Energiesparartikel wie eine Zeitschaltuhr oder ein Kühlschrankthermometer geschenkt, die aus Fördergeldern finanziert werden. Darüber hinaus betreibt das RWE auch den „Energieladen“ in der I. Delbrügge 7, wo auch Interessierte, die keine Transferleistungen in Anspruch nehmen, sich kostenfrei beraten lassen können.

Kristin Dowe

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