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Kriminalität

Haftbefehl gegen 25-Jährigen nach blutiger Familienfehde in Altendorf erlassen

02.08.2012 | 12:31 Uhr
Haftbefehl gegen 25-Jährigen nach blutiger Familienfehde in Altendorf erlassen
Am Mittwoch waren zwei verfeindete Großfamilien auf offener Straße aneinander geraten und lieferten sich einen handfesten Streit. Ein Mann wurde dabei durch Messerstiche schwer verletzt.

Essen.  Nach dem eskalierten Streit zwischen zwei libanesischen Großfamilien wurde ein Haftbefehl gegen einen 25-Jährigen erlassen. Seit der Groß-Schlägerei ermittelt eine Mordkommission. Zunächst schwiegen Angreifer und Angegriffene gegenüber der Polizei.

Nach der blutigen Familienfehde im Essener Stadtteil Altendorf hat ein Haftrichter am Donnerstagnachmittag einen 25-jährigen Libanesen in Untersuchungshaft geschickt.

Die Polizei hat nach der Tat eine zehnköpfige Mordkommission eingerichtet, um die Hintergründe der Tat zu untersuchen. Zunächst hatten alle Beteiligten über die Ursache des Streites geschwiegen.

Am Mittwochmittag waren zwei verfeindete Großfamilien auf offener Straße aneinander geraten und lieferten sich einen handfesten Streit. Ein Mann wurde dabei durch Messerstiche schwer verletzt. Die Polizei zählte fünf weitere Verletzte.

Die bisherigen Erkenntnisse: Drei Brüder (26, 17 und 29 Jahre alt) verschafften sich am Mittwoch gegen 13.30 Uhr gewaltsam Zutritt in die Wohnung einer Altendorfer Großfamilie. Dort randalierten sie und versprühten Tränengas. Abgesehen hatten sie es offenbar auf einen 25-jährigen Mann, der sich in der Wohnung aufgehalten hat. In dem entstandenen Chaos schlug einer der Eindringlinge mit einem massiven Rohr auf den 25-Jährigen ein und verletzte ihn schwer. Es kam zur Gegenwehr: Familienangehörige des Niedergeschlagenen sollen ihrerseits die Angreifer attackiert haben.

Schlägerei im Hausflur und auf der Straße

Die Schlägerei verlagerte sich danach in den Hausflur und anschließend vor das Haus im Holdenweg. Dort zog jemand beim Kampf ein Messer und verletzte den 26-jährigen Angreifer damit schwer. Trotz der Messerstiche versuchte der Verletzte noch, mit seinen Brüdern in einem Kleintransporter zu flüchten. Die Männer kamen nicht weit, bevor die Polizei sie in der Drügeshofstraße festnahm.

Die Verletzten beider Familien kamen nach der Auseinandersetzung in mehrere Krankenhäuser im Stadtgebiet. Der durch Stiche verletzte Mann wurde notoperiert. In einem Krankenhaus im Essener Norden gingen die Streitigkeiten später tumultartig weiter, als Angehörige der beiden Familien erneut aneinander gerieten. Die Krankenhausmitarbeiter verständigten die Polizei, die die Streithähne rasch trennte, bevor es zu weiteren Verletzungen kam.

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