Haft wegen versuchten Mordes: Feuer in Wohnheim gelegt

Die Polizei hat eine 25-Jährige festgenommen, die ihr Zimmer in einem Wohnheim der Heimstatt Engelbert anzündete, um „sich und die schlafenden Mitbewohner durch das Feuer zu töten“.
Die Polizei hat eine 25-Jährige festgenommen, die ihr Zimmer in einem Wohnheim der Heimstatt Engelbert anzündete, um „sich und die schlafenden Mitbewohner durch das Feuer zu töten“.
Foto: Essen
Was wir bereits wissen
Eine 25-Jährige hat ihr Zimmer in einem Essener Wohnheim der Heimstatt Engelbert angezündet. Haftbefehl wegen versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung.

Essen.. Wegen versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung sitzt eine 25 Jahre alte Bewohnerin eines Essener Wohnheimes seit Donnerstag in Untersuchungshaft. Die junge Frau hatte in der Nacht zu Mittwoch in ihrem Zimmer im Wohnheim der Heimstatt Engelbert in Essen-Frillendorf Feuer gelegt. Nach aktuellem Ermittlungsstand der Polizei zündete die Frau mehrere Stellen in ihrem Zimmer an, „um sich und die schlafenden Mitbewohner durch das Feuer zu töten“. Die 25-Jährige habe dies „bewusst und gewollt“ getan, so ein Polizeisprecher.

Das Feuer hatte ein Mitarbeiter des Wohnheims an der Manderscheidtstraße, der für die Nachtwache zuständig war, gegen 0.18 Uhr bemerkt. Der 45-Jährige reagierte geistesgegenwärtige und rettete Menschenleben: Er alarmierte die Rettungskräfte und zog gemeinsam mit einem Bewohner, der gerade nach Hause gekommen war, die bewusstlose 25-Jährige aus ihrem brennenden Zimmer. Dann weckten die beiden Männer die anderen elf Bewohner. Wäre das Feuer nicht rechtzeitig entdeckt worden, hätte bereits wenige Minuten später das Zimmer in voller Ausdehnung gebrannt und die Rettungswege wären nach Einschätzung eines Brandsachverständigen nicht mehr passierbar gewesen.

Festgenommene Bewohnerin soll voll schuldfähig sein

Polizisten, die vor Ort eintrafen, trugen die 25-Jährige ins Freie. Die Frau, die anderen Bewohner und die beiden Retter mussten medizinisch versorgt werden, sie erlitten zum Teil Rauchgasvergiftungen.

Die Ermittlungen der Brandexperten des Kriminalkommissariats 11 führten noch am Mittwoch zur Festnahme der 25-Jährigen, die laut eines Polizeisprechers „voll schuldfähig“ ist.

Polizei: kein Zusammenhang mit Vermisstenfall Pierre Pahlke

Zum Motiv der 25-Jährigen wollte die Polizei am Freitag keine Angaben machen. Auch die Frage, wie die Frau das Feuer genau gelegt hat, beantwortete die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht. Der zuständige Richter erließ am Mittwoch auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung.

Ein Zusammenhang zwischen der Brandstiftung und dem Vermisstenfall Pierre besteht laut Polizei nicht. Der geistig behinderte Pierre Pahlke lebte ebenfalls in einer Wohngruppe der Heimstatt Engelbert an der Manderscheidtstraße. Pierre Pahlke wird seit September 2013 vermisst. (pg)