Gutes tun und selber sparen

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Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Das Land ist in Nöten und hat nicht genügend Erstaufnahme-Plätze für Flüchtlinge. Die Stadt will zu ihrem eigenen Vorteil helfen. Das ist nicht zynisch, sondern selbst der Not geschuldet.

Die Stadt hat anscheinend ein neues Sparmodell entdeckt: Hilf dem Land aus der Klemme und lass dir die gute Tat durch hohe Abschläge bei den eigenen Aufnahme-Verpflichtungen teuer bezahlen. Mancher mag das zynisch finden. Doch einer Stadt, die so knapp bei Kasse ist, kann man kreative Wege nicht ernsthaft vorwerfen. Immerhin erfüllt sich für Essen so eine alte Forderung. Lange schon führen die Städte berechtigte Klage darüber, dass Land und Bund sie bei der Finanzierung der Asylkosten im Stich lassen. Nun sieht es sogar so aus, als könnte Essen den eben angemieteten Opti-Gewerbepark an das Land weiterreichen und so bereits ziemlich rasch viel Geld sparen.

Die Ratspolitik ziert sich zwar noch, was den Neubau eines „Asyl-Dorfs“ am Overhammshof betrifft, doch wirkt das eher formelhaft. Es lockt das Geld, das man nicht woanders im Etat unter Schmerzen wegschneiden müsste. Außerdem muss der mögliche Ärger in Fischlaken abgewogen werden gegen ersparten Ärger in anderen Stadtteilen , nämlich da, wo dann vielleicht doch keine neuen Asyl-Unterkünfte nötig sind.

Nur über eines muss man sich im Klaren sein: Ein Provisorium für einige Monate ist das Erstaufnahme-Zentrum des Landes nicht. Einmal gebaut, bleibt es dem Essener Süden lange erhalten.