Gruß aus der tschechischen Heimat

Mit einem umfassenden Gruß aus seiner tschechischen Heimat beendete Generalmusikdirektor Tomáš Netopil die Konzertsaison der Essener Philharmoniker. Und das nicht nur musikalisch durch hierzulande weitgehend unbekannte Werke von Antonín Dvořák und Josef Suk, sondern auch erzählerisch, indem Grillo-Schauspieler Stefan Dieckmann den zwei umrahmenden Sinfonischen Dichtungen die zugrundeliegenden Märchen des tschechischen Volksdichters Karel Jaromír Erben voranstellte.


Eine halbe Stunde – qualifizierte – Textrezitation war sicher gut gemeint, sprengte aber den Rahmen eines Sinfoniekonzertes, zumal „Der Wassermann“ und „Das goldene Spinnrad“ die geläufigen Geschichten von Undine und Aschenputtel erzählen. Dvořák freilich formte daraus dramatisch inspirierte Orchestermusik, die in ihrem romantisch-schwelgerischen Wohlklang und Farbenreichtum aus sich selbst spricht und in der Ausführung von den samtigen Blechbläsern bis zum kultiviert-gerundeten Tutti einmal mehr die Klasse der Essener Philharmoniker unterstrich.


Dazwischen erwies sich Netopils Landsmann Josef Špaček, als virtuoser Geiger über alle Zweifel erhaben, ebenfalls als einnehmender Erzähler, sei es in der Fantasie op.24 von Suk oder Dvořáks mitreißendem und melodisch zündenderem Mazurek op.49.