Gruselstück mit Lerneffekt
29.10.2012 | 00:08 Uhr 2012-10-29T00:08:00+0100
Bereits seit Anfang der 1980er Jahre lädt die Essener Volksbühne traditionell im Herbst zur Märchenaufführung. Mit der „Wunschpunsch“-Inszenierung betreten die Laiendarsteller in diesem Jahr allerdings Neuland. Waren die Stücke bisher vor allem für Kindergarten- und Grundschulkinder gedacht, sollen mit dem Klassiker von Michael Ende nun erstmalig auch ältere Kinder angesprochen werden.
Ein teuflischer Plan
Dem böswilligen Zauberer Beelzebub bleiben nur noch wenige Stunden bis zum Jahreswechsel, um sein mit dem Teufel vereinbarten Soll an Übeltaten zu erfüllen. Zu wenige Tierarten hat er ausgerottet, zu wenige Flüsse vergiftet und zu wenig tödliche Krankheiten in die Welt gesetzt. Höchste Zeit also für einen teuflischen Plan. Gemeinsam mit seiner Tante, der ein ähnliches Schicksal droht, braut er den „satanarchäolügenialkohöllischen“ -Wunschpunsch. Durch ihn werden gute Wünsche ins Böse verkehrt. Blöd nur, dass die beiden Widerlinge dabei von einem unscheinbaren Raben und einem naiven Kater ausspioniert werden, die sich aufmachen, die Tierwelt zu retten.
Mit einem aufwendig gestalteten Bühnenbild und zahlreichen Licht- und Nebeleffekten lassen die neun Schauspieler der Essener Volksbühne den Klassiker aus der späten Schaffenszeit von Michael Ende eindrucksvoll aufleben. Vor allem die mit viel Wortwitz gespickten Dialoge sorgten bei der Premiere für zahlreiche Lacher. Dass es sich bei den Darstellern um Laien handelt, ist nur schwer auszumachen. Rund neun Monate lang hat das 17-köpfige Ensemble der Volksbühne für die Inszenierung geprobt. Da oft an zwei Tagen nacheinander gespielt wird, sind alle Rollen doppelt besetzt. In den vergangenen Jahren haben insgesamt rund 3500 Besucher die jeweils aktuelle Aufführung gesehen. Eine Zahl, die sich Veranstalter Michael Klops auch für das Jahr 2012 erhofft: „Auch wenn wir in diesem Jahr eine andere Zielgruppe ansprechen und bis Weihnachten mit der ein oder anderen Veranstaltung in den jeweiligen Stadtteilen konkurrieren, würden wir uns natürlich freuen, wieder so viele Zuschauer zu haben wie in der Vergangenheit.“
Zur Uraufführung in die Wolfskuhle waren rund 100 Besucher gekommen. Für die Neunjährige Florentine stand bereits zur Pause fest: „Das Theater mit den vielen gruseligen Effekten ist absolut cool.“

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