Grundschule lässt in stinkendem Klassenzimmer nicht unterrichten

In diesen Schulpavillon in Essen-Altenessen können die Schüler noch nicht wieder zurückkehren. Diese Woche soll es einen Ortstermin geben.
In diesen Schulpavillon in Essen-Altenessen können die Schüler noch nicht wieder zurückkehren. Diese Woche soll es einen Ortstermin geben.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
An der Schule an der Rahmstraße sackte in einem Klassenzimmer vor Wochen der Boden weg. Festgestellt wurde ein Feuchte-Schaden. Der ist fort, doch die Kinder können noch nicht zurück.

Essen.. Rund sechs Wochen, nachdem in einem Klassenzimmer einer Altenessener Grundschule der Boden wegsackte, können die betroffenen Kinder noch immer nicht zurück in den Raum. An Essens zweitgrößter Grundschule, der Schule an der Rahmstraße in Altenessen, war im November in einem Pavillon der Boden weggesackt. Die Klasse 3d (24 Schüler) wird seitdem in einem Raum unterrichtet, der eigentlich für die Ganztagsbetreuung vorgesehen ist.

Grund ist ein Feuchte-Schaden. Aus einem Fallrohr war offenbar über Monate Wasser in den Boden gelangt. Eltern gehen davon aus, dass der Schaden beim Pfingst-Sturm am 9. Juni 2014 entstanden ist. Damals war das Dach des Pavillons, heißt es, erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden. Später fing es an, im Klassenzimmer unangenehm zu riechen. Ende November stellten Schüler und Lehrer dann fest, dass der Boden auf mehreren Quadratmetern nachgibt.

Deutliche schwarze Spuren

Die Schäden sind mittlerweile behoben worden. „Die Arbeiten werden in dieser Woche fertig gestellt“, teilt Martin Rätzke mit, der Sprecher der Essener Stadtverwaltung.

Unterdessen ist auch ein Gutachten fertig gestellt worden, das dem Verdacht vieler Eltern und Lehrer nachgegangen ist: Seitdem der unangenehme Geruch aufkam, befürchteten viele Beteiligte, dass sich Schimmel unter dem Boden breitgemacht hat. Tatsächlich waren an der defekten Stelle deutliche schwarze Spuren sichtbar.

Das Gutachten kommt jedoch zu dem eindeutigen Ergebnis, dass die Raumluft unbelastet geblieben ist: „Die ermittelten Analyseergebnisse geben keinen Hinweis auf eine Schimmelpilzbelastung im Gebäude“, heißt es in der Expertise.

Ortstermin soll diese Woche noch stattfinden

Gleichwohl haben die Gutachter im betroffenen Klassenzimmer einen „stark muffigen Geruch“ festgestellt, der als „sehr störend“ eingestuft werden kann.

Aus genau diesem Grund will Schulleiter Jürgen Krisch weder Kinder noch Pädagogen in das Klassenzimmer zurück lassen: „Das sind unzumutbare Arbeits- und Lernbedingungen.“ Also werde die Klasse 3d weiter im Gebäude der Ganztagsbetreuung unterrichtet, „auch wenn damit niemand zufrieden sein kann.“

Warum es nun immer noch stinkt, und woran das liegt – womöglich kann das erst geklärt werden, wenn Vertreter der städtischen Immobilienwirtschaft gemeinsam mit der Schule eine weitere Ortsbegehung unternommen haben, um zu klären, wie es jetzt weitergeht. Der Ortstermin soll noch in dieser Woche stattfinden, heißt es.