Grundschul-Ganztag wird teurer

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Die Eltern von derzeit knapp 9000 Grundschulkindern, die täglich bis zum Nachmittag betreut werden, müssen vom kommenden Schuljahr an höhere Gebühren zahlen. Die Stadt will die Eltern-Beiträge, die sich am jährlichen Brutto-Haushaltseinkommen ausrichten, vor allem in den oberen Gehaltsstufen deutlich anheben.

Zehn Jahre sind waren die Elternbeiträge nicht angehoben worden. Im Schuljahr 2003/2004 war der „Ganztag“ an Essener Grundschulen mit stadtweit rund 400 Kindern gestartet. Heute bietet nahezu jede der etwa 85 Grundschulen den „Ganztag“ an. Die Betreuung erfolgt in der Regel bis 16 Uhr, an vielen Standorten gibt es Extra-Zeiten bis 17 Uhr.

Während der Festlegung des städtischen Haushalts für die Jahre 2015 und 2016 hatten SPD und CDU gemeinsam die Schulverwaltung beauftragt, „für die qualitative und quantitative Weiterentwicklung der Offenen Ganztagsschule eine Anpassung der Elternbeiträge vorzunehmen.“ Eine Verteuerung sei „unumgänglich“. Ausdrücklich beauftragte die Politik die Verwaltung, „die Vorgabe des Landes eines maximalen Monatsbeitrags für höhere Einkommen für das erste Kind auszuschöpfen.“ Dieser gesetzlich gültige, maximale Beitrag lag damals noch bei 150 Euro, ist von Düsseldorf aber im Januar auf 170 Euro angehoben worden. Das hat die Schulverwaltung in ihrem neuen Gebühren-Entwurf, der erst Ende März vom Rat der Stadt verabschiedet werden muss, berücksichtigt. Auch Kommunen wie Köln oder Mülheim haben in der Vergangenheit den Maximalbeitrag von 150 Euro für Gutverdiener ausgeschöpft.

Im Jahr 2013 hat die Stadt rund 3,3 Millionen Euro Gebühren aus der Ganztagsbetreuung eingenommen. Die höheren Elternbeiträge brächten insgesamt 1,3 Millionen Euro mehr, heißt es in einer Vorlage, mit der sich am heutigen Mittwoch der städtische Schulausschuss beschäftigt.

Rund ein Drittel der Eltern, die ihre Kinder in Essen an einem Ganztagsplatz angemeldet haben, zahlen keine Gebühren, weil sie kaum oder ein zu geringes Einkommen haben. Außerdem gilt eine Geschwisterkind-Regelung, die sowohl die Betreuungskosten in einer Kita als auch die in der Grundschule umfasst: Fürs zweite Kind zahlen Eltern die Hälfte – egal, ob beide an einer Ganztagsgrundschule sind, oder ob eins von beiden zum Kindergarten geht. Wobei grundsätzlich gilt, dass der höhere Beitrag voll entrichtet und der günstigere Beitrag per Geschwisterkind-Regel ermäßigt wird. Noch nicht im Elternbeitrag enthalten ist übrigens das Essensgeld, das noch separat entrichtet werden muss.

Auch die Betreuungskosten für Kinder, die am Programm „8 bis 1“ teilnehmen, sollen vom nächsten Schuljahr an steigen.