Grün, aber löchrig

Essen möchte gerne grüne Hauptstadt werden. Da ist es verständlich und auch erfreulich, wenn die Stadt ihr Radwege-Netz ausbaut und dafür Fördermittel abgreift. Aber nur, weil man etwas deutlich günstiger bekommt, darf die Frage nach dem Nutzen nicht ausgeblendet werden. Als Radlerin, die täglich in Rüttenscheid und dem Südviertel unterwegs ist, sehe ich deutlich größeren Bedarf an anderen Stellen als der Eleonorastraße (die übrigens auch ohne offizielle Öffnung der Einbahnstraße von Radlern längst in beide Richtungen befahren wird). Der Rad- und Gehweg in Richtung Töpferstraße etwa ist an einigen Stellen ebenso eine holprige Buckelpiste wie die Susannastraße. Während man also mancherorts Sorge hat, im Schlagloch zu verschwinden, wird auf einem winzigen Teilstück gewährt, dass Radfahrer nebeneinander fahren können. Natürlich sind für die Instandhaltung andere, nicht so üppig mit Fördermitteln gefüllte, Töpfe vorgesehen. Ein Beispiel, das verdeutlicht, woran die Infrastruktur in Essen krankt.