Großrazzia gegen Lenkrad-Diebe: Essener Autohandel durchsucht

Die Täter bauten hochwertige Multifunktions-Lenkräder deutscher Automobilhersteller aus Neuwagen aus, um sie im Internet und an Werkstätten zu verkaufen. (Foto: imago)
Die Täter bauten hochwertige Multifunktions-Lenkräder deutscher Automobilhersteller aus Neuwagen aus, um sie im Internet und an Werkstätten zu verkaufen. (Foto: imago)
Foto: imago/Peter Widmann
Der Schaden: fast eine Million Euro. Autoknacker sollen Multifunktions-Lenkräder aus Neuwagen ausgebaut haben, die auf Zügen transportiert wurden. Durchsuchung auch in Essen.

Essen.. Fast 500 Bundespolizisten haben am Mittwoch auf der Jagd nach einer Bande bundesweit operierender Autoteile-Hehler 20 Objekte in ganz Deutschland durchsucht – darunter ab 5 Uhr morgens auch die Räume eines Autohändlers an der Altenessener Straße in Essen.

Die Kriminellen sollen seit November 2014 hochwertige Multifunktions-Lenkräder aus Neuwagen deutscher Hersteller (vor allem VW, Mercedes, BMW) ausgebaut haben, die auf Güterzügen transportiert wurden. Mit den gestohlenen Originalteilen sollen die Täter banden- und gewerbsmäßig gehandelt haben. Die Vertriebswege der Bande: das Internet und zahlreiche Werkstätten.

Schaden: knapp eine Million Euro

„Der Schaden beträgt fast eine Millionen Euro“, sagt Ronny von Bresinski, Sprecher der Bundespolizei-Direktion Hannover.

[kein Linktext vorhanden] Die meisten der elf Beschuldigten sind in und um Bremen gemeldet, einer von ihnen wohnt in Essen. Die Ermittlungen leitet die Staatsanwaltschaft in Verden (Niedersachsen). Bei der Razzia in Altenessen-Süd stellten die Polizisten bei dem Händler, der erst vor wenigen Monaten an der Altenessener Straße eröffnet hatte, ebenfalls neue Lenkräder sicher, so von Bresinksi: „Die Zahl liegt nach jetzigem Stand im oberen zweistelligen Bereich.“

Die Beschuldigten wurden am Mittwoch in Bremen erkennungsdienstlich behandelt, vier von ihnen vorläufig festgenommen. Der Essener blieb auf freiem Fuß. Mit den Multifunktions-Lenkrädern der deutschen Autobauer können Fahrer zum Beispiel ihre Navigationsgeräte und Stereoanlagen im Wagen steuern.