Großes Gelächter: Jazz am Ende!

Würde man den Vornamen des finnischen Pianisten Iiro Rantala so aussprechen, wie selbst manche gebildete Menschen den Nachnamen seines berühmten Landsmannes Alvar Aalto, es klänge niederschmetternd. Was man von seiner „Music & Comedy Night“, die vergnüglich das Jazzjahr im bestens gefüllten Grillo-Theater beendete, so gar nicht sagen kann. Wer allerdings allein das aberwitzige Tastentier in überbordender Ekstase erwartet hatte, der wurde von dem 44-Jährigen aufs Angenehmste enttäuscht. Legte Iiro Rantala doch, zur Freude von Schauspiel-Intendant Christian Tombeil und „Jazz in Essen“-Impresario Berthold Klostermann, klar den Schwerpunkt auf die komödiantische Seite.

Es war schon ein verrücktes Trio, das den Essenern den Jahreswechsel versüßte. Von wegen Drums’n’Bass: zwei Schauspieler assistierten ihrem Mastermind mit bizarr-drögem finnischem Humor. Zur Begrüßung gab’s einen absurd verwuselten, in schrägem Deutsch präsentierten Lobpreis von Martti Suosalo auf die deutsch-finnische Freundschaft unter besonderer Berücksichtigung unserer Städtepartnerschaft mit Tampere.

Ein Lehrstück politischer Sprechblasen-Kommunikation, dem sich eine Unterrichtseinheit „Der Flügel, seine Gaspedale und Form“ des gewitzten Pianisten anschloss.

Und dann servierte Martti Suosalo als Butler James mit seiner Kollegin Lotta Kuusisto als Miss Sophie das immergrüne „Dinner for One“. Was danach kam, war musikalischer Klamauk auf höchstem Niveau. Technisch makellos, wie Iiro Rantala anhand Tschaikowskis „Klavierkonzert in b-Moll“ den großen Vladimir Horowitz parodierte.

Als alle dachten, nun sei der Jazz endgültig am Ende, beglückte der fabelhafte Finne seine hingerissenen Zuhörer zum Abschied noch mit einem Klassiker des Great American Songbook, dem wunderbar delikat gespielten „I Wish You Love“. Danke, wir Dir auch!