Großes Finale der Kulturtage

Borbeck..  Die Borbecker Buch- und Kulturtage, die vom Kulturamt der Stadt sowie der Stadtteilbibliothek und der Bezirksvertretung Borbeck veranstaltet werden, enden am heutigen Freitag. Der Abschlusstag dokumentiert noch einmal die Bandbreite der Veranstaltungen, die seit dem 15. März über die Bühne gingen.

Krimis und heiße Kost heißt es von 17 bis 19 Uhr im Sozialpsychiatrischen Zentrum am Germaniaplatz 3. Gesine Schulz liest aus ihrem Werk „Der Beuys von Borbeck“. Die witzigen Kurzkrimis der Ruhrgebietsautorin erfreuen sich einer wachsenden Fangemeinde. Ihre Heldin Karo Rutkowsky betätigt sich als Privatdetektivin und Putzfrau in Villen und Lofts des Ruhrgebiets und am Niederrhein. Die unsauberen Fälle erledigt sie gründlich, schwungvoll und nicht immer legal. Nach der Lesung kommt die Kost in Form einer heißen Suppe, die gegen den kalten Schauer helfen soll. Die Lesung richtet sich an Jugendliche und Erwachsene. Um Anmeldung unter 64 00 53 41 oder s.rasch@kk-essen.de wird gebeten.

Literaturinteressierte Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene sind von 19 bis 21 Uhr in die Alte Cuesterey (Weidkamp 10) eingeladen. Dort lesen Rilana Robert, Tobias Moersen und Steffen Wollers. Das Thema des Abends: „Max Frisch und Ingeborg Bachmann“. Zum Hintergrund: Von 1958 bis 1962 waren Max Frisch und Ingeborg Bachmann eines der berühmtesten Paare der Literaturszene. Im Veranstaltungsflyer heißt es dazu: Ihre Liebe wurde zu einer Beziehung der Extreme und Widersprüche. Leidenschaft bis zur Hörigkeit, Individualismus bis zum Verrat. In der Lesung werden Spuren der Beziehung aus dem literarischen Werk des Dichterpaares aufgezeigt.

Kunst und Passion

Der Kreis der Veranstaltungen schließt sich von 20 bis 21.30 Uhr (Einlass 19.30 Uhr/Eintritt frei) im Gemeindezentrum am Weidkamp 21 mit einem Konzert des „Ensemble Shoshan“ mit Waltraud Rennebaum (Mezzosopran, Handtrommeln, Moderation), Ray Rennebaum (Klavier) und Heike Zehe (Querflöte). Die Künstler präsentieren eine Welt der Psalmen, wie sie nur selten zu hören ist: Poesievolle Texte der Bibel werden in ihrer Ursprache, also auf Hebräisch, gesungen. Auch die Musik in einer Mischung aus klassischer Kammermusik und jüdischer Folklore erinnert an die Ursprungswelt jener Jahrtausende alten Gebete, die für Juden und Christen bedeutsam sind und bis heute in Kirche und Synagoge rezitiert werden.

Unter dem Motto Konzert & Kunst zur Passion stellt die Gruppe ihr neuestes CD-Album „Shabbat“ vor. Die Mezzosopranistin Waltraud Rennebaum hat sich mit ihrem „Ensemble Shoshan“ auf hebräische Musik spezialisiert.

Die Ensemblemusiker haben alle eine klassische Ausbildung an deutschen Musikhochschulen durchlaufen, dann entdeckten sie die jüdische Musik für sich und haben im Laufe von 20 Jahren ein völlig eigenständiges Repertoire erarbeitet. Der typische Kontrast zwischen rhythmisch-heiteren und mystisch-melancholischen Weisen macht den besonderen Reiz aus. Das Repertoire entführt in fremde, teils orientalische Klangwelten, die von europäischen Instrumenten, wie Klavier (Ray Rennebaum) und Querflöte (Heike Zehe) auf klassische Weise eingehüllt werden.

„Das Publikum darf sich auf ein ungewöhnliches Konzert – für Ohren und Augen – freuen“, verspricht Ray Rennebaum.