Großeinsatz Familienfeier: Polizei setzte Pfefferspray ein

Als am Sonntagabend eine Feier in Essen-Schonnebeck eskalierte und Gäste Polizisten attackierten, nahm die Polizei vier Personen in Gewahrsam.
Als am Sonntagabend eine Feier in Essen-Schonnebeck eskalierte und Gäste Polizisten attackierten, nahm die Polizei vier Personen in Gewahrsam.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
25 Streifenwagen, Gewalt, Pfefferspray und Einsatzstock: Wie die Polizei nach heftigen Angriffen auf Beamte eine eskalierte Party beendete.

Essen.. Nur mit einem massiven Großaufgebot von mehr als 25 Streifenwagen ist es der Polizei am Sonntagabend in Essen-Schonnebeck gelungen, aggressive Gäste einer Familienfeier auf Abstand zu halten. Die Polizei musste zu körperliche Gewalt, Pfefferspray und Einsatzstock greifen. Drei Polizisten wurden verletzt.

Es ist ein bekanntes Phänomen, und es bereitet der Polizei mächtig Probleme: Die Beamten werden zu Einsätzen wie einem Streit gerufen, vor Ort verbünden sich dann die Betroffenen, die mitunter zuvor zerstritten waren, und gehen auf die Polizisten los.

In Schonnebeck ging es zunächst um Lärm. Gegen 19.40 Uhr meldete ein Anwohner dann eine massive Ruhestörung in einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses. Die Polizei traf dort auf 30 Feiernde, die allerdings nicht bereit waren, die Musik leiser zu stellen. Stattdessen kippte die Stimmung auf der Familienfeier, als sich ein alkoholisierter 41-Jähriger einem Platzverweis widersetzte und sich ein Großteil der Personen solidarisierte, um die Polizisten anzugreifen. Ein 20-Jähriger biss zwei Beamte, die im Krankenhaus behandelt werden mussten. Ein Verletzter war nicht mehr dienstfähig. Eine Polizistin wurde zudem verletzt, als eine 16-Jährige nach den Einsatzkräften schlug, trat und spuckte.

21-Jähriger trat einen Polizisten die Treppe hinunter

Schließlich versuchten weitere Gäste, die Beamten zu schlagen und zu treten. Ein 21-Jähriger trat einen Polizisten so heftig, dass dieser die Treppen hinunter stürzte. Glücklicherweise konnten ihn seine Kollegen noch auffangen.

Erst mit dem Einsatz von Gewalt, Pfefferspray und Einsatzstock sowie massiver Verstärkung der Polizisten, konnten die Beamten die aufgeheizte Stimmung schließlich wieder beruhigen.

Die Polizei nahm vier Personen in Gewahrsam. Ein Arzt entnahm dem 41-Jährigen, der offenbar stark alkoholisiert war, eine Blutprobe. Die drei Erwachsenen verbrachten die Nacht im Polizeigewahrsam. Die Minderjährige konnte die Polizeiwache wieder verlassen, nachdem ihre Personalien aufgenommen worden waren.

Jetzt ermittelt die Kriminalpolizei gegen die Vier wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.