Große Sorgen um Essener Arbeitsplätze bei Siemens

Das Siemens-Werk an der Econova Allee. Dort sind 350 Mitarbeiter für die Reparatur und den Service von Turbinen und Generatoren zuständig.
Das Siemens-Werk an der Econova Allee. Dort sind 350 Mitarbeiter für die Reparatur und den Service von Turbinen und Generatoren zuständig.
Was wir bereits wissen
Siemens verschärft den Stellenabbau. Vor allem im Reparaturwerk in Essen-Vogelheim könnte das Stellen kosten. Am Freitag erfahren die Mitarbeiter mehr.

Essen.. Die neuesten Hiobsbotschaften bei Siemens sorgen in Essen für große Unruhe. 2200 weitere Stellen will der Technologieriese in Deutschland streichen, wie der Konzern am Donnerstag bekannt gab. Vor allem betroffen: die Kraftwerkssparte „Power and Gas“, die in Essen 350 Beschäftigten Arbeit sichert. Das Werk in Vogelheim in der Econova Allee ist für den Service und für Reparaturen von Industriedampfturbinen und Generatoren zuständig.

Schon vor einigen Tagen äußerte die IG Metall Essen in einer öffentlichen Erklärung die Befürchtung: „Das Transformationsprogramm der Siemens AG könnte Arbeitsplätze in Essen vernichten.“ Die Befürchtungen scheinen sich zu bewahrheiten: Der Essener Betriebsratsvorsitzende Dieter Kupferschmidt sagte am Abend nach einer Sitzung des Wirtschaftsausschusses: „Auch Essen ist betroffen.“ Kupferschmidt will am Freitag 10 Uhr Details auf einer Mitarbeiterversammlung nennen. Fast zeitgleich werden die Mitarbeiter im Mülheimer Werk, das ebenfalls zur Kraftwerkssparte gehört, über die Pläne der Konzernspitze informiert. Dort sollen rund 900 Arbeitsplätze auf der Kippe stehen.

Sorgen auch in der Siemens-Niederlassung

Wirtschaft Im Bereich „Power and Gas“ macht Siemens besonders die Energiewende zu schaffen. In Deutschland wurden zuletzt kaum noch neue Großkraftwerke gebaut. „Wenn Energieunternehmen aus Verunsicherung nicht mehr in Kraftwerke investieren, dann haben wir hier bald auch keine Reparaturaufträge mehr“, spielt der Essener IG-Metall-Sekretär Alfons Rüther auf die Auswirkungen der deutschen Energiepolitik an.

Doch nicht nur im Werk in Vogelheim sorgt man sich um die Arbeitsplätze. Auch in der Essener Niederlassung haben die jüngsten Zahlen aufhorchen lassen. „Wenn jetzt noch mehr Arbeitsplätze gestrichen werden, dann werden wir wohl auch in Essen betroffen sein“, hieß es aus IG-Metall-Kreisen. Mit noch rund 1100 Mitarbeitern gehört die Niederlassung in Essen zu den größten bundesweit. Sie ist im Service und Vertrieb in fast allen Siemens-Sparten tätig.

Energiewende Doch auch hier hatte sich zuletzt der Konzernumbau bemerkbar gemacht, der Dutzende Mitarbeiter traf. Mit dem Verkauf der IT-Sparte für Krankenhaussysteme an den US-Konzern Cerner im Februar wechselten 25 Beschäftigte in Essen den Arbeitgeber, weitere 24 Mitarbeiter waren Anfang des Jahres von der Herauslösung der Sparte „Metals“ in ein Joint Venture mit Mitsubishi-Hitachi betroffen.

„Wir erleben in Essen seit Jahren einen schleichenden Arbeitsplatzabbau bei Siemens“, beklagt die IG Metall.