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Blitz-Marathon

Große Resonanz auf „Blitz-Marathon“ der Polizei in Essen

27.06.2012 | 06:00 Uhr
Große Resonanz auf „Blitz-Marathon“ der Polizei in Essen
Die Mitglieder der Bürgerinitiative Duvenkamp beschweren sich, dass die Uhlenstraße als Abkürzung zwischen Wuppertaler und Heisinger Strasse genutzt und dort besonders im Berufsverkehr gerast wird.Foto: Sebastian Konopka

Essen.   Die WAZ-Leseraktion zum „Blitz-Marathon“ der Polizei ist auf große Resonanz gestoßen. Mehr als 600 Bürger meldeten sich in den vergangenen beiden Tagen bei der Polizei, um die Beamten auf Straßen aufmerksam zu machen, auf denen viel zu schnell gefahren wird.

Essen, die Raser-Stadt? Nein, der Schriftzug auf dem Handelshof muss nicht geändert werden. Die überwiegende Mehrheit der Autofahrer dürfte sich an die vorgeschrieben Höchstgeschwindigkeit halten, und doch sind offenbar sind zwischen Karnap und Kettwig viel zu viele mit einem Bleifuß unterwegs.

Keinen anderen Schluss lassen die vielen Hinweise zum „Blitzmarathon“ zu. Mehr als 600 Bürger meldeten sich in den vergangenen beiden Tagen bei der Polizei, um die Beamten auf Straßen aufmerksam zu machen, auf denen viel zu schnell gefahren wird - auf dass auch dort am 3. und 4. Juli ein „Blitzer“ postiert.

Auch in der Redaktion gingen zahlreiche Zuschriften ein. WAZ-Leserin Sylvia Berger schreibt: „Da mir heute Morgen beim Einsteigen in mein Auto, bereits drei Mal fast die Füße abgefahren worden wären, hätte ich einen Vorschlag: die Dümptener Straße in Frintrop.“

Dümptener Straße nur einer von zahlreichen „Schleichwegen“

Autofahrer nutzten die Straße als Abkürzung zur A 40, so die Anwohnerin. Damit wäre die Dümptener Straße nur einer von zahlreichen „Schleichwegen“, die nur selten oder gar nicht im Fokus der Verkehrsüberwacher liegen, an denen Anwohner aber unter Rasern leiden. Die Herbrüggenstraße als Ausweichstrecke entlang der A 40 wäre so eine. Oder auch die Elsaßstraße in Heisingen, gerne genutzt von Autofahrern, die den täglichen Stau auf der Wuppertaler Straße in Richtung Innenstadt umfahren wollen.

Unfallursache
Zu schnelles Fahren - Unfallursache Nummer 1

Überhöhte Geschwindigkeit ist nach Angaben der Polizei nach wie vor Unfallursache Nummer 1. Nach dem im vergangenen Jahr die Zahl der Verkehrstoten und der verunglückten Radfahrer und Fußgänger stark angestiegen war, kündigte die Polizei an, darauf mit verstärkten Kontrollen zu reagieren. Besonders häufig ls Unfallopfer betroffen waren Kinder und ältere Menschen.

Die Polizei ist dankbar für jeden Hinweis, betont Behördensprecher Ulrich Faßbender. Sei es die Bochumer Landstraße, die Gladbecker Straße, die Helenenstraße oder der Werdener Berg, der - wie WAZ-Leser Klaus Bartels schreibt - gerne „als Formel-1-Strecke befahren wird“. Dass auf Hauptverkehrsstraßen häufig zu schnell gefahren wird, ist für die Polizei keine Überraschung. Dass Bürger aber auch Tempo-30-Zonen , Fahrradstraßen und sogar Spielstraßen gemeldet haben, hingegen schon.

„Jede Vorschrift ist nur so gut, wie die Kontrolle ihrer Einhaltung“

Die Resonanz auf den Aufruf zum Blitzmarathon habe die Erwartungen jedenfalls weit übertroffen, so Ulrich Faßbender. Bis zu 70 Messstellen will die Polizei am 3. und 4. Juli auf Basis der eingegangenen Anrufe und E-Mails im Stadtgebiet aufbauen, eben nicht nur vor Schulen, Kindergärten, Altenheimen oder an so genannten Unfallschwerpunkten, an denen es häufig kracht, wie bislang üblich. Vielmehr gehöre es zur neuen Strategie der Polizei, auch dort zu blitzen, wo Raser nicht unbedingt damit rechnen. Ebnen deshalb sei der Aufruf, Bürger mögen sich doch bitte beteiligen, hilfreich.

Den Vorwurf, die Polizei fördere das Denunziantentum, will Faßbender nicht unwidersprochen stehen lassen. Wer sich an die Verkehrsregeln halte, habe nichts zu befürchten. Genauso richtig ist aber auch der Hinweis von WAZ-Leser „Jede Vorschrift ist nur so gut, wie die Kontrolle ihrer Einhaltung.“ Deshalb, so Polizei-Sprecher Ulrich Faßbender, falle kein Hinweis unter den Tisch, auch wenn beim „Blitzmarathon“ nicht an jeder Straße ein Radargerät aufgebaut werden könne.

Marcus Schymiczek



Kommentare
27.06.2012
15:16
Große Resonanz auf „Blitz-Marathon“ der Polizei in Essen
von stoffel747 | #10

100 points für dreifachmama. Hat mit denunzieren nichts zu tun. Die Polizei legt ihre Schwerpunkte aufgrund von Unfallstatistiken aus. Jetzt wird dem Bürger Gelegenheit gegeben, persönliche Gefahrenpunkte anzugeben. Tolle Sache finde ich.

27.06.2012
13:49
Große Resonanz auf „Blitz-Marathon“ der Polizei in Essen
von Dreifachmama | #9

Was hat denn diese Aktion mit Denunziantentum zu tun? Wenn sich jeder an die Verkehrsregeln, insbesondere die vorgeschriebene Geschwindigkeit hält, passiert doch nichts. Also, wo ist für einige Kommentatoren das Problem? Ich wohne jetzt nicht mehr in Essen, doch hätte ich auch, rein aus Sicherheitsgründen, einige Straßen nennen können. Das hat nichts mit, wie Kinder es nennen würden, "petzen" zu tun, und rein gar nichts mit "Denunziantentum", wie wir Erwachsene es anscheinend lieber nennen. Wenn jemand etwas Gesetzeswidriges tut, ist es als Bundesbürger vielmehr sogar meine Pflicht, dies zu melden.
Also, bitte alle korrekt fahren, dann stehen sich die Polizisten die Füße platt und es gibt auch keinen Extracent für irgendeine Stadtkasse; ist doch ganz einfach, oder?
Ich habe jedenfalls nicht zuviel Geld, mit dem ich irgendeiner Stadtkasse unter die Arme greifen möchte. Wenn andere das möchten, bitte weiterrasen, nur keine anderen Personen gefährden...

27.06.2012
12:30
Große Resonanz auf „Blitz-Marathon“ der Polizei in Essen
von inge | #8

Der Leser H. Borsch (WAZ vom 27.06.12) findet es falsch, dass auf der ausgewiesenen Fahrradstraße Bäuminghausstraße Tempo 50 gilt. Hierzu ist zu sagen, dass laut Straßenverkehrsordnung auf einer solchen Straße höchstens mit Tempo 30 gefahren werden darf!!!
Auch beim Verlassen eines "verkehrsberuhigten Bereiches"("Spielstraße") lassen sich immer wieder Unsicherheiten beobachten.Hier gilt nicht rechts vor links, sondern es muss die Vorfahrt beachtet werden!

27.06.2012
12:00
Große Resonanz auf „Blitz-Marathon“ der Polizei in Essen
von nothdurft | #7

"Schleichwege"...§ : Grundsätzlich darf jedes ordentlich angemeldete KFZ jede für ihn zugelassene öffentliche Straße so oft wie möglich benutzen, wenn es keine Einschränkungen gibt und sich an die Verkehrsregeln gahalten wird.
Wenn immer mehr Baustellen und Strassensperrungen die Autofahrer nach anderen Möglichkeiten und Umwegen zwingt, sind auch Schleichwege dabei. Hier entsteht oft der Eindruck, die Anwohner beanspruchen " ihre " Strasse für sich.

1 Antwort
Große Resonanz auf „Blitz-Marathon“ der Polizei in Essen
von 1980yann | #7-1

Nein, überflüssiges, zielloses Hin- und Herfahren ist zum Beispiel verboten!

Schleichwege werden dann zum Problem, wenn die Sicherheit in einer Straße durch regelmäßige Geschwindikeitsübertretungen gefährdet wird. Und geblitzt werden auch beim Marathon nur die, die zu schnell sind! Und manchmal sind ja die Schleichwege auch länger, so dass sich für manchen Autofahrer eine Anspruchshaltung ableitet, die größere Distanz durch noch höhere Geschwindigkeit ausgleichen zu wollen.
Das schöne an dieser Aktion ist doch, dass hier meist der Abzockvorwurf entfällt, weil hier nicht angeblich lukrative Standorte im Vordergrund stehen, sondern die Sorgen der Anwohner.

Apropos Straßen für sich beanspruchen: in Mülheim gibt es einen neuen Trend: da parken Anwohner vorschriftsgemäß neben statt auf dem Bordstein. Mit der Folge, dass die Straßen so eng werden, dass allein schon durch Ausweichmanöver Tempo 30 erzwungen wird.

27.06.2012
11:29
Große Resonanz auf „Blitz-Marathon“ der Polizei in Essen
von Lubby100 | #6

Ich habe nichts gegen Blitzer als Beitrag zur Verkehrssicherheit. Nur ,mit diesem Aufruf wird populistisch zum allgemeinen Denunziantentum aufgefordert. Die Polizei weißt doch am besten wo sie die Blitzgeräte einahmewirksam effektiv einsetzen muss.Eine Beteigung der Bürger ist Heuchelei und der erste Schritt ,Kollektiv zu denunzieren.
Was haben wir bloß für Politiker , die statt andere, dringlichere Probleme anzu gehen, an dieser Stelle eine Bürgebeteiligung (600!!?) und ihren Erfolg herbeireden!

27.06.2012
11:03
Große Resonanz auf „Blitz-Marathon“ der Polizei in Essen
von red-fly | #5

Auch wenn der Blitz-Marathon als Aktionismus bezeichnet wird, ist er das richtige Mittel gegen Raser.

27.06.2012
08:45
Wenn sich so viele dran
von Kommentierer | #4

beteiligen, scheint ja ein Bedarf da zu sein.

Einsicht der Raser ist ja nicht zu erwarten.

27.06.2012
08:43
Große Resonanz auf „Blitz-Marathon“ der Polizei in Essen
von Jaqueline1970 | #3

Ich finde die Aktion sehr gut und würde mich freuen, wenn endlich auf der Viktoriastr. geblitzt würde. Ist sonst nur eine Frage der Zeit wann ein Kind angefahren wird. Es gibt dort zwei Kindergärten, Grundschulen, Spielplätze usw.

Und wer nicht geblitzt werden will kann ja langsam fahren. Deutschland ist kein Gesetzes freiher Raum. Zu mindest sollte es so sein.

27.06.2012
08:29
Große Resonanz auf „Blitz-Marathon“ der Polizei in Essen
von n_macker | #2

Sobald der Deutsche seinen nächsten bei der Obrigkeit denunzieren darf, geht es ihm wieder gut. Ist die Aktion auch an Populismus nicht zu übertreffen, dem Denunziant geht die Hose auf. Endlich darf er wieder.

27.06.2012
07:54
Große Resonanz auf „Blitz-Marathon“ der Polizei in Essen
von dongiovanni | #1

Diese Aktionen sind reiner Aktionismus des Herrn Jäger, um seine Unzulänglichkeiten in anderen Bereichen zu decken. Sie dienen kaum der Verkehrssicherheit, sondern ausschließlich der Sanierung maroder Haushalte. Angepasste Geschwindigkeit wäre ein besseres Argument, welches alles umfasst.

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