Große Kunst für die Kleinen
07.02.2008 | 15:11 Uhr 2008-02-07T15:11:00+0100Das Projekt "Kinder führen Kinder" der Mercator Stiftung und des Museum Folkwang wird ausgeweitet. 2008 gibt's auch Führungen in der Villa Hügel und im RWE-Turm.
Die Vielschichtigkeit eines Kunstwerks liegt nicht nur in der Konzeption des Schaffenden allein, sondern auch in den unterschiedlichen Blickwinkeln der Betrachter. Der Blick auf den schönen Schein der Kunst lässt sich schulen, Unvoreingenommenheit dagegen nicht. Besonders offen für Neues sind die Kleinen und Jüngeren. Genau an diese Gruppe richtet sich das Projekt „Kinder führen Kinder”, das vom Museum Folkwang und der Mercator Stiftung bereits zum dritten Mal ab Samstag, 16. Februar, angeboten wird. Rund 500 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 13 Jahren ließen sich im vorigen Jahr von Altersgenossen in das Reich der Ästhetik einführen. An dem Konzept halten die Initiatoren auch in diesem Jahr fest. Aufgrund der Bauarbeiten an der Goethestraße werden die Gemälde und Skulpturen allerdings nicht nur im verbliebenen Museum zu sehen sein, sondern auch im RWE-Turm, im Bottroper Josef-Albers-Museum und im RWE-Turm, wo Werke aus den Beständen des Museums Folkwang zu sehen sind. Erwachsene müssenleider draußen bleibenInsgesamt 36 junge Kunstführer haben sich auf ihre Aufgaben vorbereitet: Sie haben sich die Werke angeschaut, haben Farbe, Formen und Muster herausgearbeitet, die Maltechniken erkundet, selbstständig Kopien der Werke in ein Skizzenheft gezeichnet und biografische Hintergründe der Künstler erarbeitet. Wie bereits ind en Vorjahren heißt es bei den Führungen wieder: Erwachsene müssen leider draußen bleiben! Dass Kinderführungen eine eigene Dynamik entwickeln, ist dabei beabsichtigt: „Wnn es nicht zu kunsthistorischen Themen kommt, bin ich nicht böse”, räumt die Kunstpädagogin Monika Lahme-Schlenger ein. So hätte in der Vergangenheit Kinder bei der Betrachtung von Landschaftsbildern die Zahld er Häuser „akribisch gezählt” und darüber Diskussionen geführt, wo den die Grenze zwischen Begriffen wie „Haus” und „Schuppen” liegen. In anderen Fällen hätten Kinder auch Familienfotos zur Führung mitgebracht, um „die gemalten Wolken mit den fotografierten zu vergleichen”, so Lahme-Schlenger. Anabella würde „auch Erwachsene und Kunstlehrer führen”. Vor allem an abstraketen Kunstwerken hat die Elfjährige Gefallen gefunden. Zu ihren Lieblingswerken zählt auch ein Objekt, das „wie ien Tortenstück aussieht”. Auch Carina hat den Kunstwerken Gefallen gefunden. In Zukunft werde die elfjährige Schülerin häufiger ins Museum gehen. Auch das Malen mache ich Spaß: „Obwohl ich lieber zeichne”, so Carina.
ZUR INFO: Die Kinderführungen bieten einen Einblick in die aktuellen Ausstellungen: Zu sehen sind im Museum Folkwang „Politik, Pop und Afrio-Cola. 68er Plakate”, „Geiger Vasarely Bill – Farbe zu Fläche zu Raum” und „Fusion // Confusion”. Ab 29. März ist zudem „The Refusal. Jo Lonhurst” zu sehen. In der Villa Hügel, sind ab Mai 60 Hauptwerke der Sammlung Folkwang zu sehen – vor allem Werke aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Bereits jetzt zeigt das Museum Folkwang im RWE-Turm die Schau mit Werken von Tama´s Kasza´s. Im April beginnt dort eine neue Ausstellung mit dem Künstler Attila Csörgö. Das Josef-Albers-Museum in Bottrop zeigt Hauptwerke der amerikansichen Kunst aus der Sammlung des Museums Folkwang. Die Führungen von „Kinder führen Kinder” untersuchen die Beziehungen zwsichen den farbigen Quadraten von Albers und riesigen Farbfeldern und Malgesten amerikanischer Künstler.
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