Große Küche im kleinen Restaurant

Heisingen..  Was draufsteht, ist auch drin – eine Faustregel, die, wenn es um das „Kleine Restaurant Tapita“ geht, eher bedingt zutrifft. Ein kleines Restaurant ist es sicherlich, aber der Name „Tapita“ ruft doch eher Erinnerungen an den letzten Spanien-Urlaub hervor. Eine Tapas-Bar ist das „Tapita“ jedoch nicht – oder besser gesagt nicht mehr. Seit Mitte Oktober des letzten Jahres weht ein frischer Wind in dem kleinen Lokal am Petzelsberg. Denn mit einem Wechsel des Inhabers ging auch ein Wechsel der Küchenausrichtung einher.

„Marktfrisch, regional, mediterran“ – mit diesen Attributen beschreibt der neue Küchenchef und Herr des Hauses, Dirk Hüttenmeyr, seine Küche und kulinarische Neuausrichtung.

„Ich habe keine spezielle Richtung, lasse mich gerne auf dem Markt inspirieren“, erzählt er. Das spiegelt sich in seiner tagesaktuellen Karte wider, die rund 15 Positionen umfasst. Neben sehr raffinierten Gerichten findet sich auf ihr hin und wieder aber auch klassische Hausmannskost.

Freunde von edlen Tropfen werden im „Tapita“ ebenfalls auf ihre Kosten kommen, die umfangreiche Getränkekarte umfasst nicht nur eine überdurchschnittlich gute Weinauswahl, sondern auch verschiedenste Spirituosen und rund ein Dutzend Säfte und Limonaden.

Dass Hüttenmeyr, der unter anderem Küchenchef in „Mintrops Stadthotel“ war, sich bei seiner Übernahme des „Tapita“ gegen eine Namensänderung entschieden hat, bewertet er heute als Fehler. „In den Köpfen der Heisinger steht der Name ,Tapita‘ eben immer noch für Tapas“, hat Hüttenmeyr beobachtet. Er wolle nun eine Küche für jedermann anbieten, sich nicht in eine Schublade drängen lassen und einfach das kochen, zu dem er Lust habe – was dabei heraus kommt, und ob das „Tapita“ hält, was es verspricht, haben wir getestet.

Schon beim Betreten des Restaurants wird man überaus freundlich willkommen geheißen, man fühlt sich sofort wohl im Lokal. Gastfreundschaft ist im „Tapita“ offensichtlich mehr als nur eine Floskel – der gesamte Service ist durchgehend nicht nur überaus zuvorkommend, sondern auch hochgradig kompetent. Hüttenmeyrs Servicemitarbeiter, der übrigens sein einziger überhaupt ist, sieht sich sehr zur Freude der Gäste auch als Gastgeber und sorgt so für eine freundschaftliche Atmosphäre. Das Ambiente im Lokal wird dominiert durch die edle Möblierung, die in schwarz und weiß gehalten ist, leider aber auch eine kalte und etwas klinische Atmosphäre erzeugt.

Vor dem eigentlichen Menü wird ein Brotkorb mit hausgemachter pikanter Paprikacreme gereicht. Das Brot schmeckt wie frisch gebacken, und auch die Creme kann auf ganzer Linie überzeugen. Sie punktet durch ihre perfekte Würze und ihren frischen, natürlichen Geschmack.

Exzellenter Service

Als Appetizer gibt es dann eine Möhren-Ingwersuppe, die ebenfalls hervorragend gelungen ist. Auch diese ist sehr präzise abgeschmeckt und in sich stimmig, die Konsistenz ist optimal.

Als Hauptgang wird ein Svegediner Gulasch vom Durocschwein an Kraut und Kartoffeln serviert – bodenständig, aber durchaus pfiffig. Das Fleisch ist auf den Punkt gegart und sehr zart. Mehr davon wäre wünschenswert gewesen, leider dominiert das Kraut das Eintopfgericht.

Insgesamt konnte das „Tapita“ aber durchaus überzeugen – durch die täglich wechselnde Speisekarte steht Abwechslung an der Tagesordnung, die Speisen werden ausnahmslos frisch zubereitet und können allesamt geschmacklich überzeugen. Ob man einmal etwas Außergewöhnliches probieren möchte oder doch lieber ein klassischeres Gericht wählen will – fündig wird man im „Tapita“ sicherlich. Dazu kommt die exzellente Servicequalität – ein Besuch lohnt sich also auf jeden Fall.