Glühwein bei 15 Grad
15.11.2009 | 19:28 Uhr 2009-11-15T19:28:00+0100Der Weihnachtsmarkt Steele öffnete als erster bundesweit – ein Stimmungsbild
Handschuhe brauchte man nicht. Immerhin waren es gute 15 Grad plus. In herbstlicher Sonne dampfte der Glühwein vor sich hin, während ein braungebrannter Schlagerstar beim ersten Weihnachtsmarkttag am Samstag in Steele einheizte. Rundherum meist dezent weihnachtlich geschmückte Stände, blökende Krippentiere, in der Ferne auf dem Grendplatz ein mutiger Budenbesitzer der Weihnachtsmusik auflegte. Ja, Steele hat's geschafft. Dort eröffnete der bundesweit erste Weihnachtsmarkt, noch vor dem gestrigen Volkstrauertag (siehe oben), und dem Totensonntag am 22. November. Ein Stimmungsbild.
„Die frühe Eröffnung ist mir egal”, sagt Weihnachtsmarktbesucher Gerhard Alberts, „wenn es Ende der Sommerferien schon Christstollen zu kaufen gibt, kann auch der Markt früh öffnen.” Seit drei Jahren reist der Velberter nach Steele: „In Velbert haben wir nur an drei Wochenenden Weihnachtsmarkt. Das reicht mir nicht. Außerdem ist hier die Atmosphäre und die Livemusik toll.” Märkte auf denen ein Glühweinstand neben dem anderen steht, mit Bratwurst dazwischen, langweilen ihn. Alles andere sei in Ordnung.
„Der Weihnachtsrummel startet generell zu früh”, denkt Steelenserin Beate Hepprich. Die Familie backt noch selber Kekse. Das weihnachtliche Warenangebot Monate vorher vermiest den Backspaß. Das Fazit: „Wir begehen den Totensonntag. Darum finde ich, dass der Markt erst nach dem 22. November öffnen sollte.”
Oder ein Martinsmarkt
„Ein Martinsmarkt wäre jetzt doch zeitlich viel passender”, sagt Henry Kuhnert, „ich war gerade auf einem in Wipperfürth.” Seit sechs Jahren lebt der Berliner in Holsterhausen, er entdeckte hier sein Mittelalterinteresse. „Heute bin ich hier als Seelenräuber mit meinem Lehnsherren 'Jürgen von der Isenburg'”, verrät er. Letzte Woche ritt er noch selber als Sankt Martin umher.
„Dieser Weihnachtsmarkt macht einfach Spaß, die Auswahl ist schön klein. Nur die Weihnachtsmusik am Grendplatz irritiert”, sagt Kölnerin Elke Büttner, „bei uns gibt es allein sieben Märkte. Keiner ist so schnuckelig wie hier.” Auch sie kritisiert den frühen Start: „Aber ich denke dabei an die Schausteller, die Gebühren zahlen. Ich finde, dass das Totengedenken nicht vom Markt berührt werden muss. Wenn man nicht hin möchte, geht man eben nicht.”
„Der Markt sollte am ersten Advent beginnen”, finden Marcus Mejs, Sohn Lukas und Ehefrau Claudia. So votiert auch Gertrud Maetz-Winterscheidt, Vorsitzende der Bürgerschaft Stadtmitte, die sich seit Jahren für einen späteren Markstart einsetzt. „Frühester Termin wäre der 23. November, so werden die Totengedenken im November nicht berührt. Aber eigentlich wollen wir einen Start von den Weihnachtsfeiertagen bis zum 6. Januar. Dann, wenn Schulferien sind und Menschen nicht allein sein möchten.”
10:24
Lieber Gradeausdenker, es kann doch sein!
Am einfachsten, aber auch unfachlichsten, wäre es kurz in der Wikipedia unter Advent zu schauen. Ansonsten auch gerne im LThK oder in der TRE, je nach konfessioneller Vorbereitung. Die vier Adventssonntage stammen ursprünglich aus der stadtrömischen Liturgie, in unserer Gegend gab es tatsächlich einen längeren Advent, dadurch bedingt, das der Epiphanietag im fränkischen Raum auch ein Tauftermin war, und diesem, parallel zur Vorbereitungszeit auf dem Tauftermin Ostern (die sog. Fastenzeit), eine eigene 40-tägige Vorbereitungszeit gegeben wurde, die nunmal unter Berücksichtigung der fastenfreien Tage (z.B. Sonntage) am Tag des heiligen Martin begann (und deswegen auch teilweise so bekannt wurde).
18:22
STEELE - die längste Glühweinmeile deutschlands, Kommt, sauft und macht den Veranstalter reich!
15:51
#5 DAS kann eigentlich nicht sein: Der Ewigkeitssonntag, auch Totensonntag genannt, war und ist der letzte Sonntag im Kirchenjahr. Dann folgen vier Sonntage, die auf die Ankunft Christi, nämlich Heilig Abend, 24 Dezember, hinweisen: Die Adventssonntage, vom Lateinischen advenire, wie ankommen, ist das abgeleitet. Daran gibt´s nichts zu deuten. Warum halten wir uns nicht daran? Nur wegen des Diktates des Handels? Den Rosenmontag verschieben wir ja auch nicht nach Belieben...
10:32
Soviel Traditionsbewusstsein hätte ich dem Handel gar nicht zugetraut...
Vor vielen hundert Jahren begann der Advent tatsächlich bereits am Martinsfest, und sechs Adventssonntage sind z.B. in Mailand noch üblich.
09:50
Solange Herr Leon Finger genügend Kapital rausschlagen kann, wäre es ja auch theoretsich möglich den Markt bereits Mitte Oktober zu eröffnen.
Dann kann man alles Veranstaltungen in Steele nahtlos ineinander übergehen lassen.
07:10
einfach geschmacklos; am volkstrauertag und vor totensonntag
22:59
Ah, die geldgierigen, geistig armen Menschlein haben 6 Kerzen auf ihrem Adventskranz.... Der Volkstrauertag und Totensonntag werden zu Adventssonntagen umgemünzt....Nein, man braucht keine Besinnung, keine Achtung. Man gibt Vollgas. Und liegt nach dem selbstgemachten Stress in der Adventszeit mit nem Herzkasperl unter´m Baum. Wie heißt das Lied? Süßer die Kassen nie klingeln?
Wir fahren in diesem Jahr zu nem kleinen Adventsmarkt im Münsterland und lassen nach der Verarschung vom letzen Jahr die hiesigen Märkte links liegen: Ein in der dritten Adventswoche nachgefragter Artikel sollte angeblich in der Woche darauf erhältlich sein. Es war ganz offenkundig, dass man uns angelogen hat und nur noch den Rest abverkaufte. Es war wohl schon genug in der Kasse, es wurde nichts mehr nachbestellt. Gut, das brauchen wir nicht mehr...
21:51
Bei der Eröffnung 2004 war noch HEINO da, da war noch Stimmung mit deutschen Liedern, kommt leider nie wieder ...