Giftiger Eichenprozessionsspinner versetzt Essen in Sorge

Mit einem Spezialsauger entfernt ein Mitarbeiter einer Baumpflegefirma ein Nest mit Raupen von Eichenprozessionsspinnern.
Mit einem Spezialsauger entfernt ein Mitarbeiter einer Baumpflegefirma ein Nest mit Raupen von Eichenprozessionsspinnern.
Foto: Bodo Marks / dpa
Was wir bereits wissen
Der giftige Eichenprozessionsspinner hat in den vergangenen Jahren regelmäßig für Ärger gesorgt. In Essen wurde vor Kurzem ein Nest gefunden.

Essen.. Er ist klein und doch gefährlich: Der Eichenprozessionsspinner. Die haarige Raupe kann bei direktem Hautkontakt allergische Reaktionen hervorrufen. Vor allem in Waldgebieten ist noch bis in den September besondere Vorsicht geboten. Aber auch auf Spielplätzen, Sportanlagen und in Parks ist mit der giftigen Schmetterlingslarve zu rechnen.

Umwelt In Essen wurde in diesem Jahr bereits ein Baumbefall gemeldet, so Eckhard Spengler, Sprecher von Grün und Gruga. 2014 wurden drei Nester gefunden. Auch in den Jahren davor gab es immer wieder einzelne Funde. „Grundsätzlich ist der Eichenprozessionsspinner noch nicht das große Problem. Im Gruga-Park ist noch gar nichts zu sehen. Die Eichen-Standorte am Rhein sind da anfälliger.“

Aber auch schon bei einem Fundort gilt erhöhte Alarmstufe – ganz besonders, wenn die Raupen in der Nähe von Kindergärten oder Schulen gefunden wurden. In so einem Fall beauftragt Grün und Gruga eine Baumpflegefirma, die den Larven mit einem Spezialsauger zu Leibe rückt. Dabei werden die Haare des Tierchens zunächst mit einem Spray fixiert, damit diese nicht abbrechen und das darin enthaltene Gift in alle Winde verteilen können. Die Raupe hat sich in den vergangenen Jahren im Ruhrgebiet immer mehr ausgebreitet, was ganz nebenbei auch zu beträchtlichen Kosten führt: Die Stadt Mülheim musste im Jahr 2011 beispielsweise rund 15.000 Euro in die Hand nehmen, um die Raupen zu bekämpfen.

Verwechslungsgefahr mit der Gespinstmotte

Schädlinge Auch am Niederrhein und in Düsseldorf sorgt die Larve für Schwierigkeiten. So musste etwa die Landeshauptstadt im Jahr 2010 den Rheinuferweg sperren lassen, außerdem wurde eine Schule vorübergehend geschlossen. Das Gesundheitsministerium NRW hat eine Broschüre herausgegeben, in der vor der Raupe gewarnt wird: „Neben Hautreaktionen können sich auch Atemwegsreizungen, Schwindelgefühl, Fieber, ein allgemeines Krankheitsgefühl oder eine Bindehautentzündung einstellen.“

Wer mit den Raupenhaaren in Kontakt kommt, sollte sich auf keinen Fall kratzen, da das Nesselgift „Thaumetopoein“ sonst noch tiefer in die Haut dringt. Außerdem sollte die Kleidung sofort gewechselt werden – dazu gehört auch eine gründliche Dusche. Bei Augenkontakt muss ein Augenarzt aufgesucht werden, und auch bei Atemnot muss ein Arzt verständigt werden. Verwechselt sollte der Eichenprozessionsspinner übrigens nicht mit der Gespinstmotte. Diese sieht ähnlich aus, ist aber ungefährlich. Die von ihr befallenen Bäume regenerieren sich sogar selbstständig.