Gibt es wirklich Bedarf an Gewerbeflächen?

Teelbruch II. Gartenstadt Kettwig?

Die Stadt Essen plant, neue Flächen für Gewerbe- und Wohnbebauung zu erschließen. Da jedoch die meisten Leute ungern Grünflächen zerstört sehen, greift die Stadt zunächst bei der Namensgebung in die Trickkiste. Hier wird vom Gebiet Teelbruch II gesprochen. Jeder Kettwiger kennt den Teelbruch, - und was stellt man sich unter Teelbruch II vor? Wahrscheinlich einen kleinen angrenzenden Bereich. Mitnichten – für die Stadt Essen ist Teelbruch II ein Gebiet jenseits der Meisenburgstraße von der Kreuzung der Einmündung „An der Pierburg“/ „Springberg“ bis hinunter zur Einmündung „Heistershecken“. Hier geht es nicht um einen schmalen Streifen, sondern die gesamte landwirtschaftliche Fläche soll bebaut werden.

Über den Stollen hinweg, sollein freies Feld geopfert werden

Über den Stollen der ehemaligen Zeche Erbenbank hinweg soll freies Feld für ein Gewerbegebiet geopfert werden. Inwieweit hier wegen des toten Stollens mit Tagebrüchen zu rechnen ist, müsste noch untersucht werden. Essen bemüht sich um den Titel „Grüne Hauptstadt Europas“. Das ungeliebte Kettwig soll hier wohl herausgenommen werden. Denn wenn man von Essen kommend die Meisenburg hinunterfährt, ist gerade der grüne Charakter um die Gartenstadt herum prägend.Dieses Areal ist ausgewiesen als regionaler Grünzug und Fläche für die Landwirtschaft zum Schutz der Landschaft und zu landschaftsorientierter Erholung. Gibt es wirklich einen Bedarf an Gewerbeflächen? Am Teelbruch stehen immer noch Hinweisschilder, dass dort Flächen provisionsfrei zu vermieten seien. Ich stelle hier die Frage: Können wir uns eigentlich noch immer den ungebremsten Verbrauch von Grünflächen leisten und Brachen einfach ungenutzt als Schandfleck liegen lassen? Doch nicht genug der Bebauung. Die andere Seite der „Meisenburgstraße“ von der Kreuzung Schwimmbad bis hoch zum Hellweg-Markt soll auch geopfert werden. Dort, wo gelegentlich der Zirkus gastiert, sollen Wohnhäuser entstehen und auf einer Fläche zwischen „Teelbruch“ und „Am Stadtbad“ ebenfalls. Wir können es uns nicht gefallen lassen, dass die Essener Stadtoberen den Charakter unserer Gartenstadt zerstören.