„Gewalt hat hier keinen Platz“

Sportlich gesehen mögen sie ein um das andere Mal Gegner sein. Und das gern, wenn’s möglichst fair, möglichst respektvoll zugeht. Wer allerdings gegen diese einfachen Spielregeln verstößt, hat in ihrem Revier nichts verloren, und den stellen sie kurzerhand ins Abseits. Gegen „Hogesa“ und für eine friedliche Gegenkundgebung haben sich jetzt wichtige Akteure, Vereine und Institutionen der Essener Sportlandschaft eindeutig aufgestellt und ein gemeinsames Statement verfasst, das so bemerkenswert ist, dass wir es nahezu ungekürzt abdrucken:

„Der organisierte Sport steht seit Jahrhunderten als Paradebeispiel für Fairness, Miteinander und Integration. Wir messen uns zwar im Wettkampf, doch wir bestreiten diesen nach den gemeinsam definierten Regeln. Wir wollen dabei zwar gewinnen, doch achten wir stets unseren sportlichen Gegner als Mensch. Natürlich gibt es auch im Sport zu lösende Probleme, natürlich gibt es auch bei uns Meinungsverschiedenheiten, natürlich diskutieren wir auch intensiv miteinander – aber der Sport und seine Werte stehen stets im Fokus. Fairness, Integrität und Respekt sind dabei die Werte, aus denen der Sport gewachsen ist.

Ungezügelte Gewalt hat im Sport keinen Platz, Ausgrenzung von Andersartigkeit ist im Sport inakzeptabel. In unseren Vereinen sind Menschen aller Altersgruppen, aller Religionen und aller Nationalitäten organisiert. Der Sport in Essen, im Ruhrgebiet, in Deutschland und in der Welt ist rot, ist gelb, ist grün, ist blau, ist lila, ist weiß – ist einfach bunt. Wir lieben unseren Sport und seine Werte, wir leben durch den Sport das vielfältige Miteinander aus, Sport ist Integration in Reinform.

„Vor allem Angst erzeugt“

Die ,Demonstration’ der Gruppierung Hogesa in Köln hat auf erschreckende Art und Weise die tatsächliche Gesinnung vieler Demonstrationsteilnehmer gezeigt. Es kam zu Gewalt, es waren viele bekannte rechtsextreme Personen und Organisationen vertreten. Als selbsternannte ,Hooligans’ wird dabei bewusst mit dem dieser Bezeichnung innewohnenden Gewaltpotenzial gespielt, wird vor allem Angst erzeugt.

Unserer Ansicht nach bekennt sich ein jeder Teilnehmer solcher Demonstrationen zu diskriminierendem Gedankengut, schürt die Angst vor Andersartigkeit und grenzt sich nicht ausreichend gegenüber der Gewaltbereitschaft und Gewaltverherrlichung ab.

Ein solcher Aufmarsch ist zwar möglicherweise durch das Demonstrationsrecht geschützt, doch stehen die Aussagen, Aktivitäten und Ziele damit den Werten unserer Gesellschaft und des Sports entgegen. Die nachvollziehbare Ablehnung jeglichen religiösen Fanatismus darf hier nicht als Deckmantel oder Rechtfertigung für derartig diskriminierende, menschenfeindliche und gewaltverherrlichende Äußerungen und Handlungen dienen.

„Fühlen uns verpflichtet“

Als Vereine, Institutionen und Personen des Essener Sports fühlen wir uns daher verpflichtet, für die Grundgedanken des Sports einzustehen. Gewalt hat hier keinen Platz und wird ihn nie bekommen. Jeglichen Versuchen, Sport für ausgrenzende und diskriminierende politische Weltanschauungen zu missbrauchen, treten wir entschieden entgegen.

Respekt, Fairness und Toleranz gilt es zu würdigen. Es ist uns wichtig, deutlich zu machen, dass diese Werte bei aller Andersartigkeit nie zu vernachlässigen sind. Sie sind für uns der gesellschaftliche Konsens, die Klammer, die unsere Gesellschaft zusammenhält und es uns ermöglicht, Sport zu treiben.

Daher rufen wir dazu auf, sich dem breiten gesellschaftlichen Bündnis anzuschließen und am 18. Januar gemeinsam für die Werte der Menschlichkeit und des Miteinanders einzustehen (...)“