Gesucht: Ein stilles Örtchen für eine laute Kundschaft

Für einen Euro pro Stunde kann man hier an der Hachestraße sein Auto abstellen. Aber ob das mit den Leuten aus der Trinkerszene auch so einfach funktioniert? Erst wenige Tage alt ist der Vorschlag, das ungeliebte Dutzend vom Willy-Brandt-Platz halb freiwillig, halb mit Repression zu einem kleinen Privatparkplatz an der Hachestraße zu bewegen. Und wenn auch der Standort erst einmal nur als Vorschlag diskutiert wird – er steht sinnbildlich für die feste Absicht der Stadt, die für manchen allzu laute und lästige Gruppe von Süchtigen nicht dauerhaft am Entree der Innenstadt zu dulden. Wo der Trinkerszene letztlich ein neuer Treff angeboten werden soll, am besten mit einem Einfach-WC, um die Notdurft zu verrichten – bleibt bis auf weiteres offen. Im städtischen Ordnungs-Ausschuss kündigten Stadtverwaltung wie Politik gestern an, Kriterien auszuarbeiten. Auf deren Grundlage soll dann eine Entscheidung fallen, das dürfte bis April dauern. Die FDP brachte gestern die Helbingbrücken ins Gespräch, andere halten mit ihren Ideen noch hinterm Berg: „Am Ende des Tages wird es keinen perfekten Standort geben“, schwant es Fabian Schrumpf von der CDU, und nur mit Druck auf die Szene ist auch kein Blumentopf zu gewinnen, weiß Ordnungsdezernent Christian Kromberg. 2013 hatte man dank 800 Platzverweisen relative Ruhe. Doch ordnungspolitische Maßnahmen sind zeitlich beschränkt und teuer und deshalb kein Allheilmittel. Lässt die Repression nach, steht die Szene prompt wieder auf der Matte. Also gilt: „Wir wollen einen Standort, der auch von der Szene akzeptiert wird.“

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