Gestrandet am Essener Hauptbahnhof
27.07.2010 | 12:31 Uhr 2010-07-27T12:31:00+0200
Essen.Die Bahnhofsmission musste am Samstag vielen Verzweifelten helfen. Selbst drei Tage nach dem Unglück gibt es noch keine Zahlen über Verletzte aus Essen. Dafür zog die Deutsche Bahn Bilanz: 308 Züge verspäteten sich, 20 fielen komplett aus.
„Mit großer Bestürzung und Erschütterung haben wir die Tragödie in unserer Nachbarstadt Duisburg miterlebt. Die Essener Bevölkerung weiß sich den hinterbliebenen Familien in diesen schweren Tagen der Trauer verbunden. Unser Mitgefühl und unsere aufrichtige Anteilnahme gelten an dieser Stelle den jungen Opfern und ihren Angehörigen. Den vielen Verletzten wünschen wir baldige Genesung; allen Betroffenen die Kraft, die sie jetzt so dringend benötigen, um die schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten.“
Entspannt hatte der Samstag für Markus Siebert, den Leiter der Essener Bahnhofsmission, angefangen, dramatisch ging er zu Ende. Verstörte Besucher der Loveparade kamen den ganzen späten Nachmittag und Abend zu ihm und seinen Mitarbeitern.
„Wir hatten unsere Belegschaft schon auf vier Helfer runtergefahren, als wir plötzlich reagieren mussten“, sagt Siebert. Zwölf Mitarbeiter waren schließlich bis Mitternacht im Einsatz. Durstigen Menschen Wasser geben, Zuhören, das waren die Hauptaufgaben der Bahnhofsmission. Der Aufenthaltsraum wurde kurzerhand zum Notfallraum.
Besonders dramatisch: Eine Frau hatte in der Masse ihren Ehemann und ihre drei Kinder verloren. Per Handy kam sie nicht zu ihnen durch. Panisch und verzweifelt fand Markus Siebert die Frau im Hauptbahnhof vor. Erst nach Stunden konnte er den Kontakt zu ihrer Familie herstellen. Ehemann und Kinder hatten inzwischen den Weg aus der Menge nach Essen gefunden.
Trauer und Verzweiflung, für die Mitarbeiter der Bahnhofsmission oft betrüblicher Alltag – „jedoch noch nie so geballt“, sagt Siebert. Deshalb werden sich alle beteiligten Mitarbeiter zusammensetzen, um das Erlebte aufzuarbeiten.
Keine Informationen über Verletzte aus Essen
Drei Tage nach der Katastrophe bei der Loveparade in Duisburg gestaltet es sich immer noch schwierig, konkrete Informationen über mögliche Verletzte aus Essen zu bekommen. Die Essener Polizei verwies auch am Montag an das Duisburger Präsidium, das aber aufgrund der laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft keine konkreten Zahlen über verletzte oder vermisste Essener nennen wollte. Es sei aber davon auszugehen, dass die Vermisstenmeldungen nicht mehr dem aktuellen Stand entsprechen, da viele wieder aufgetaucht seien, dies der Polizei aber nicht gemeldet hätten.
Fest steht: Im Uni-Klinikum ist ein Verletzter mit dem Rettungshubschrauber eingeliefert worden. Nach Angaben der dortigen Pressestelle handelt es sich aber nicht um einen Essener. Der Verletzte sei inzwischen wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden. Im Huttroper Elisabeth-Krankenhaus sind in der Nacht zum Sonntag zwei Verletzte behandelt worden, teilte ein Krankenhaussprecher mit. Beide hätten aber nur leichte Verletzungen wie Prellungen und Zerrungen gehabt. Bereits in der Nacht konnten sie das Krankenhaus wieder verlassen.
Bilanz hat am Montag auch die Deutsche Bahn gezogen, bei der es am Samstag zu erheblichen Problemen kam. 308 Züge verspäteten sich, 20 fielen komplett aus, erklärte Udo Kampschulte, Sprecher der Bahn für NRW, auf Anfrage. Hauptgrund waren vor allem die zeitweiligen Streckensperrungen, da sich in Duisburg immer wieder Raver auf den Gleisen befanden.
11:19
Da an diesem Tag auch der ganz normal Reiseverkehr stattgefunden hat ist nicht zwangsläufig davon auszugehen das die Familie tatsächlich auf der Loverparade war, sondern vielleicht einfach nur Pech am Bahnhof hatte!!
07:09
Ich bin 30 und auch noch Kind meiner Eltern. Was wäre daran verwerflich, wenn ich mit meinen Eltern zu einer großen Veranstaltung gehe?
20:04
wieso? was meinen sie, wieviele familien zu karneval dem rosenmonatgszug in köln oder düsseldorf fröhnen? in den jahren zuvor hat so etwas ja auch geklappt.
14:14
Bei allem Mitgefühl, wie kann man mit 3 Kindern zu so einer Veranstaltung gehen? Da rät einem doch eigentlich der gesunde Menschverstand schon von ab