Prozesse
Streit um Praxisgebühr - Arzt-Auto zerkratzt
04.11.2009 | 17:49 Uhr 2009-11-04T17:49:00+0100Weil sie sich über die Praxisgebühr ärgerte, soll eine 35-jährige Essenerin das Auto ihres Arztes zerkratzt haben. Das Amtsgericht Essen glaubte ihrer Unschuldsbeteuerung nicht und verurteilte sie.
Angst vor großen Namen und Institutionen kennt die 35-Jährige nicht, wenn sie sich im Recht wähnt. Vor dem Urteil macht sie Amtsrichter Roland Wissel auf diesen Charakterzug aufmerksam: „Ich war es nicht. Ich werde kämpfen bis zum Ende.” Einzuschüchtern ist er nicht und verurteilt sie wegen Sachbeschädigung zu 600 Euro Geldstrafe (60 Tagessätze zu zehn Euro). Laut Urteil hatte sie aus Wut das Auto ihres Arztes zerkratzt.
Sie wollte längeren Krankenschein
Auch vor dem 65 Jahre alten Mediziner und seinen Helferinnen zeigte sie sich am 3. Juli kämpferisch. Die Umschülerin war in die Rüttenscheider Praxis gekommen, um ihren einwöchigen Krankenschein nach einem Eingriff frühzeitig von ihrem Hausarzt auf zwei Wochen verlängern zu lassen. Der Grund: Eine Reise stand an. Brav zahlte sie an der Rezeption zehn Euro Praxisgebühr. Als der Arzt die Verlängerung ablehnte, suchte sie das Weite. „Sie sagte, sie wolle zu einem anderen Arzt”, erinnert sich der Mediziner. Ihre Praxisgebühr bekam sie zurück.
Arzt klopfte an die Scheibe ihres Autos
Wenige Minuten später kehrte sie zurück. Denn im Auto war ihr eingefallen, dass sie den Arztbericht benötige. Zum Streit mit den Helferinnen kam es, als diese dafür doch wieder zehn Euro verlangten. Sie will ihren Anwalt ins Spiel gebracht und dann die Praxis verlassen haben. Beim Wegfahren habe sie den Arzt gesehen, wild gestikulierend. Das habe sie ignoriert. Sein Auto habe sie nicht zerkratzt: „Ich kann schwören mit allem, was es gibt.”
Auch eine Praxisgebühr
Die Gesamtschau der Aussagen von Helferinnen und Arzt bestätigen diese Unschuld nicht, sagt das Urteil. Jeder von ihnen hat einen Teil der Tat wahrgenommen. Und dazu passt, dass der Arzt noch an ihre Autoscheibe klopfte und sie trotzdem wegfuhr. Ursprünglich hatte die nicht vorbestrafte Angeklagte einen Strafbefehl in Höhe von 400 Euro (40 Tagessätze) erhalten. Nach ihrem Einspruch und der Verhandlung erhöhte Richter Wissel die Strafe auf 600 Euro (60 Tagessätze). Auch eine Art Praxisgebühr..
19:39
Schon krass, mit welcher Willkür deutsche Gesetze agieren. In meinen Augen ist es äußerst zweifelhaft, dass hierzulande eben EIN Richter richtet, ganz nach gut Dünken.
Offensichtlich hat niemand die Frau beim Zerkratzen des Autos gesehen, es gibt keine Zeugen, keine Videoaufnahmen, nichts!
Mag sein, dass sie es getan hat, mag sein, dass es Indizien gibt - das man aufgrund solcher Vermutungen aber einen Menschen tatsächlich verurteilt in einem RECHTSTAAT, ist äußerst (!) bedenklich.
,,Und dazu passt, dass der Arzt noch an ihre Autoscheibe klopfte und sie trotzdem wegfuhr. - Interessant! Menschen, die die Autoscheibe nicht öffnen, wenn Sie von Zivilbürgern angepöbelt werden, sind also pauschal und zwangsläufig schuldig?!
19:38
Gut gemacht,Herr Doktor!Ich zolle Ihnen Respekt,sich nicht unter Druck gesetzt zu haben.Ihr Patientengespräch ist ja vetraulich.Es würde aber bestimmt einigen die Augen öffnen.Der Arzt entscheidet,weil er eben Arzt ist.Aus die Maus
09:37
@#4 ttekok
Die Frau wurde nicht verurteilt, weil sie sich unflätig gegenüber dem Arzt verhalten hat, sondern weil sie das Auto des Arztes zerkratzt hat.
Im übrigen finde ich es schon ein starkes Stück, 10€ zurückzuverlagen, weil man nicht das gewünschte Ergebnis beim Arzt erzielte.
Kostenbewustsein ist wohl fehl am Platze, Tarifsteigerung zahlen eh nur die anderen.
08:25
Das die Dame sich nicht im Zaum hat merkt man doch. Irgendwer muss ihr ja Grenzen aufzeigen, bevor sie sich noch wie Rambo persönlich aufführt. Ich möchte nicht irgendwann von so einer aggressiven wildgewordenen Irren abgestochen werden, nur weil sie irgendwas stört ...
20:14
Na, wenn das so ist, wie in dem Artikel steht, dann könnte es durchaus sein, daß dieses Urteil eher eines der schlechteren ist.
Die Dame zu verurteilen, nur weil sie sich höchst unflätig gegenüber dem Arzt benommen hat - und es offenbar keine Tatzeugen gibt, die ihre Tat beobachtet haben - ist schon erstaunlich.
Aber Klassenjustiz ist das sicher noch nicht.
19:34
Hatte sicher einen schlechten Tag ........... der Doktor !!! Oder der Kuli war leer *lol*
19:19
jau, is klar
19:03
He he, keinen Bock mehr auf so eine Harz 4 Maßnahme gehabt? Wie kommt eigentlich ein Arzt dazu nicht Krank zu schreiben? Wo gibt es denn so was? Ich entscheide immer noch ob ich Arbeitsunfähig bin oder nicht, nicht der Arzt!!!