Schwarzgeldverdacht lastet auf dem Professor
29.10.2009 | 17:26 Uhr 2009-10-29T17:26:00+0100
Die Hinweise verdichten sich, dass der Essener Starchirurg Christoph Broelsch von Patienten auch Schwarzgeld kassierte. Bislang betonte er, dass er gesetzlich Versicherten die OP durch ihn ermöglicht habe, indem er sie für die Forschung der Uni-Klinik spenden ließ. Das war wohl nicht immer so.
„Mit oder ohne Rechnung”, soll der Professor einen Patienten gefragt und die Alternative aufgezeigt haben. „14 000 Euro mit, 7000 ohne Rechnung, weil ich 50 Prozent Steuern zahlen muss”, erinnert sich die 71-jährige Ehefrau des verstorbenen Patienten.
Ihr Sohn, ein 47-jähriger Diplom-Ingenieur, empfand die Zuzahlung als „nicht sehr menschenwürdig”. Broelsch habe den Eindruck vermittelt, auf der ganzen Welt könne nur er helfen.
Broelsch selbst will sich aktuell zu dem Schwarzgeldverdacht nicht äußern. Passend zu dieser Operation, so Richter Wolfgang Schmidt, ist aber trotz Suche in den Akten kein Beleg gefunden worden, dass die bar bezahlten 7000 Euro aufs Konto eingezahlt wurden.
Eine weitere Zeugin erinnert sich, dass auch ihre Mutter bar zahlen musste („15 000 für mich, 7000 für den Anästhesisten”) und keine Quittung bekam. Staatsanwalt Koch fühlt sich schon an Gepflogenheiten der Baubranche erinnert.
19:04
Wo ist denn das ganze Geld hin?Das schöne schöne Geld!Wird bestimmt ohne Quittung weiter gespendet worden sein!Schade,dass so ein Begnadeter nicht noch einen Orden an die Brust geheftet kriegt!
18:36
Liebe Katharina G.,
es ging gestern nicht um Spenden auf ein Wissenschaftskonto, von dem der Prof. Ausflüge in die Berge organisiert. Es geht um Gelder die gefordert wurden, gezahlt wurden und nirgendwo mehr auftauchen. Auch nicht in der Steuererklärung des Herrn Professors. Natürlich ist es eine Mutmaßung, dies sei Schwarzgeld. Aber eine bessere Vermutung als diese der Staatsanwaltschaft fällt mir hierzu auch nicht ein.
17:36
Der Prozeßtag ist nicht ausgefallen. Es wurden 6 Zeugen vernommen, die Prof. Broelsch alle erheblich belastet haben.
13:59
Dieser Artikel bewegt sich doch haarscharf am Rande der Legalität ,man muss sich im klaren sein das es nur ein Verdacht ist !!!!!
Eigentlich ist der Prozesstag ausgefallen.
Übernimmt jetzt die Presse die Verhandlung,Vernehmung der Zeugen?
10:07
Prof. Broelsch hat es finanziell gesehen überhaupt
nicht nötig Geld zu scheffeln. Vor der OP meines Mannes hat er genau diese Seite von sich Preis gegeben. Und ich sage es jetzt zum 30. Mal: Mein Mann ist nicht erpresst worden, und er hat auch kein Schwarzgeld bezahlt. Wo sind denn meine positiven Kommentare alle hin? Scheinbar sind als Verhandlungsgegenstand nur alle Kontra-Darstellungen erwünscht. Habe mich seinerzeit mit den für die Suspendierung verantwortlichen Politikern auseinandergesetzt. Alles was ich geschrieben habe, auch in den Medien, ist wie eine Seifenblase, die einfach in der Luft zerplatzt.
Meine Meinung zu Spenden auf ein Wissenschaftskonto: Nur aufgrund von unterstützenden, wissenschaftlichen Arbeiten ist eine Kapazität in der Lage, hochkomplizierte OPs durchzuführen. Und zudem verzichtet auch noch der hoch anerkannte Professor Dr. Broelsch auf sein Honorar. Wollen SIE das eigentlich nicht kapieren?
Die einen fahren in Urlaub, die anderen zahlen kontinuierlich für eine zusätzliche Privatversicherung ein. Ach so... übrigens, mein Mann ist verstorben; sollte ich mir jetzt auch einen Prellbock suchen?
Hierzu möchte ich den Kommentar von Pearline voll unterstützen: Zitat:
Geld, Geld, Geld, das die Betroffenen sparen wollten. Anstatt offiziell eine Wahlleistung zu fordern und dafür Privatpatientenhonorare zu bezahlen, waren sie nur allzu gern bereit, Geld bar für was auch immer zu übergeben! Und setzten den Arzt unter Druck, weil sie ihn, und nur ihn, haben wollten. Für Sonderleistungen muss man überall draufzahlen, die Gesundheit solte einem das auch wert sein. Oder unser System muss geändert werden.
06:53
Jaja, die Täter waren immer die Opfer. Das erlebt man bei jedem Gerichtsverfahren....
06:40
ochgott, der arme Arzt wird unter Druck gesetzt, Schwarzgeld annehmen zu müssen. So kann man die Wahrheit umdrehen. Wer den Prozeß verfolgt hat hat gemerkt, dass es andersrum war. Broelsch soll Leuten von Wahlleistungen abgeraten nhaben, um selbst das Geld kassieren zu können. Und den Betroffenen hat er Stillschweigen verordnet, so sagten es gestern Zeugen aus. Und da sind ja auch noch die Patienten, die unter Druck gesetzt worden sein sollen, und die das glaubhaft in der Verhandlung ausführten. Geldzahlung sofort oder OP erst in drei Monaten.
00:49
Geld, Geld, Geld, das die Betroffenen sparen wollten. Anstatt offiziell eine Wahlleistung zu fordern und dafür Privatpatientenhonorare zu bezahlen, waren sie nur allzu gern bereit, Geld bar für was auch immer zu übergeben! Und setzten den Arzt unter Druck, weil sie ihn, und nur ihn, haben wollten. Für Sonderleistungen muss man überall draufzahlen, die Gesundheit solte einem das auch wert sein. Oder unser System muss geändert werden.
19:57
Ansonsten eine Ergänzung: Broelsch gerät in der Verhandlung immer mehr in die Defensive, jeder Verhandlungstag gerät zu einer Katastrophe. Und fast alle Zeugen erzählen unabhängig voneinander das selbe über den Professor. Geld, Geld, Geld.
19:30
Das mit dem Anästhesisten macht die Aussage imho unglaubwürdig. Das hieße ja, dass ein ganzes Komplott heimlich in der Klinik in die eigene Tasche gearbeitet hat - warum stehen die nicht vor Gericht?
Leider schreibt keiner der Journalisten hier, dass Broelsch gerade in Chicago/USA geehrt und gefeiert wurde wg. 2o Jahre Lebendlebertransplantation.
Vielleicht ergänzt das mal jemand?