Justiziare wiesen Broelsch wohl auf bedenkliche Spendenpraxis hin
06.11.2009 | 08:01 Uhr 2009-11-06T08:01:00+0100
Essen. Im Prozess gegen Christoph Broelsch (65), ehemals Star-Chirurg des Uni-Klinikums, verschafft sich die XXI. Strafkammer jetzt einen Überblick über interne Abläufe bei der Spendenabrechnung. Ergebnis: Die Rechtsauffassungen von Broelsch und der Justiziarin der Klinik lagen weit auseinander.
Im Prozess gegen Christoph Broelsch (65) verschafft sich die XXI. Strafkammer jetzt einen Überblick über interne Abläufe bei der Spendenabrechnung. Ergebnis: Die Rechtsauffassungen von Broelsch und der Justiziarin der Klinik lagen weit auseinander.
Auch sonst scheinen Juristen im Klinikum Probleme mit dem Rechtsverständnis der Mediziner zu haben.
Als im Mai 2007 ein Journalist im Klinikum nachfragte, ob auf der Broelsch-Station das Motto „Betten gegen Geld” vorherrsche und die medizinische Behandlung von Spenden abhängig gemacht werde, wurde erst einmal Broelsch befragt. Sofort habe der Arzt eingeräumt, Patienten in bestimmten Fällen um Spenden zu bitten, wenn sie von ihm persönlich operiert werden wollten, dafür aber nicht versichert seien.
Spenden-Praxis untersagt
Der ärztliche Direktor untersagte ihm diese Praxis, die Justiziarin wies auf berufs- und strafrechtliche Verstöße hin. Ralf Zimmermanns, Personaldezernent des Klinikums, erinnert sich im Prozess an die Reaktion von Broelsch: „Er sagte zu, mit dieser Praxis aufzuhören. Er konnte unsere Rechtsauffassung aber gar nicht nachvollziehen, weil er den Menschen doch nur Gutes tun wollte.” Broelsch habe eine Prüfung durch seinen Anwalt angekündigt, erzählt der 44-Jährige. Rechtsanwalt Jörg Massenberg habe aber den Standpunkt der Klinik bestätigt.
Die aktuelle Justiziarin des Klinikums, Katrin Weidler, erinnert sich ähnlich, stufte den Arzt als „uneinsichtig” ein: „Auf meine rechtliche Warnung reagierte Herr Broelsch mit völligem Unverständnis.” Sie sei „persönlich entrüstet” gewesen, erklärt die 38-Jährige: „Ich sagte ihm, dass die Patienten in einer hilflosen Lage seien, wenn er sie nach Spenden fragt. Er meinte, die könnten ja nach Münster gehen.”
Ihre Vorgängerin im Amt bestätigt, dass die Chefärzte bei Abrechnungsfragen oft fehlendes Unrechtsbewusstsein hätten: „Wenn ich auf der Klinikdirektorenkonferenz was sagte, gab es Widerstand. Die hielten sich nicht an meine Rechtsauffassung.” Richter Wolfgang Schmidt wirft ein, die Ärzte hätten bei Gericht dann auch Niederlagen hinnehmen und deshalb Einsicht zeigen müssen. „Sehr begrenzt”, antwortet die 69-Jährige, „dann hieß es: Das blöde Gericht.”
18:21
Was für ein Urteil erwarten sie #5? Den Herrn Professor wird die gesamte Milde der Justiz treffen.
11:35
Leider habe ich den Bericht jetzt erst zur Kenntnis genommen.
Ich möchte folgendes dazu sagen.
Hier geht es um Organverpflanzungen,hier es um Operationen,hier geht es um Spenden.
Vor allem die unmittelbar Beteiligten sind stark betroffen,und sollten spenden,damit es zügiger geht , und damit Sie bevorzugt behandelt werden .
Die ganze Geschichte ist so faul,fauler gehts nicht mehr.
Wie soll man das den Bürger bzw.der Öffentlichkeit erklären , wenn es mal wieder heißt:
Machen Sie mit bei der ORGANSPENDE ?
Ich hoffe ein Urteil was richtungsweisend ist.
18:00
Es ist beschämend,welche Praxis sich da breit gemacht hat.Es fehlten ihm wohl noch ein paar Talerchen für den geruhsamen Schicki-Micki Lebendsabend.Bitte,liebe Richter und Schöffen!Lasst diesen sauberen Herrn ein paar Jahr für ein-vergelts Gott-arbeiten.Er ist ja der Grösste!
09:48
Die Uneinsichtigkeit dieses Halbgottes in weiß verwundert doch hoffentlich niemanden (der den Professor kennt).
Wer mit einer solchen Arroganz die bestehenden Vorschriften und Gesetze ignoriert und auch rechtliche Warnungen der Justiziarin in solch selbstherrlicher Weise in den Wind schlägt, hat es nicht anders verdient!
Hoffentlich greift das blöde Gericht diesmal mit der angemessenen Härte durch!
Apropos, die sollen doch nach Münster gehen,
wir können die Uniklinik Münster nur loben, dort wurden wir immer gut und freundlich behandelt, auch in Hamburg Eppendorf war die Behandlung absolut hervorragend.
Auch ohne dass Spenden geflossen wären!!!!
07:03
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
21:02
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
20:40
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
19:07
In was für einer Welt leben wir. Ich hoffe auf ein Urteil mit Signalwirkung für die gesamte Kliniklandschaft. Ich kann mir nicht vorstellen das es der berühmte Einzelfall ist.Offensichtlich lassen sich die Herren Chefärzte ( einige) auch durch ihre eigenen Mitstreiter im Klinikaltag nicht belehren. Nur eine Strafe mit Abschreckungswirkung wird wahrgenommen und kann etwas ändern.