Hartgummiball in die Zuschauerreihen geschossen?

Als das Düsseldorfer Publikum die Gäste mit „Ruhrpott, Ruhrpott“-Rufen verhöhnte, soll der Essener Spieler ausgeholt und den Hartgummiball in die Zuschauerreihen geschlagen haben. Archiv-Foto: Kai Kitschenberg
Als das Düsseldorfer Publikum die Gäste mit „Ruhrpott, Ruhrpott“-Rufen verhöhnte, soll der Essener Spieler ausgeholt und den Hartgummiball in die Zuschauerreihen geschlagen haben. Archiv-Foto: Kai Kitschenberg
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Essen/Düsseldorf.. Hat ein Skaterhockey-Spieler der SHC Rockets Essen beim Auswärtsspiel in Düsseldorf einen Hartgummiball mit Absicht in die die Zuschauerreihen geschossen? Das Amtsgericht verhandelt den Fall unter dem Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung.

Sein Schlag war ein Treffer - nur an ganz falscher Stelle. Weil er den Ball bei einem Skaterhockey-Turnier vermeintlich absichtlich ins Publikum schoss und damit einer 20-jährigen Zuschauerin die Nase brach, steht demnächst ein 24-jähriger Essener Skaterhockey-Sportler vor dem Düsseldorfer Amtsgericht. Der Vorwurf: gefährliche Körperverletzung.

Vorfall gegen Ende des zweiten Drittels

Bei dem Landesligaspiel am 7. März vergangenen Jahres war der SHC Rockets Essen in der Landeshauptstadt gegen die Düsseldorf Flyers angetreten. Das Spiel lief aber nicht gut für die Essener, sie verloren zum Schluss mit 4:7.

Zu dem Vorfall soll es gegen Ende des zweiten Drittels gekommen sein. Als das Düsseldorfer Publikum die Gäste mit „Ruhrpott, Ruhrpott“-Rufen verhöhnte, soll der Essener Spieler ausgeholt und den Hartgummiball in die Zuschauerreihen geschlagen haben. Es gibt sogar Aussagen, dass er dabei gelacht habe.

Sieben Tage Gips

Der Ball traf die 20-Jährige mitten ins Gesicht und fügte ihr einen schmerzhaften Nasenbeinbruch zu. Sie musste operiert werden und sieben Tage Gips tragen.

Das Gericht wollte den 24-Jährigen ohne Verhandlung mit einem Strafbefehl zu acht Monaten auf Bewährung verurteilen. Zudem sollte er der jungen Frau 800 Euro Schmerzensgeld zahlen, denn er habe mit Absicht gezielt, dabei in Kauf genommen, dass jemand verletzt wird, so der Vorwurf.

Doch der Sportler hat gegen diesen Strafbefehl Einspruch eingelegt. Er bestreitet, absichtlich gehandelt zu haben, bedauert den „Unfall“. Er habe gerade den Ball abschlagen wollen, da habe ein Gegner ihn angegriffen, dadurch sei der Ball abgefälscht worden.

Um das aufzuklären, muss nun doch eine Verhandlung vor dem Düsseldorfer Amtsgericht stattfinden. Wann das sein wird, steht noch nicht fest.