Gereifter Müll

In Essens ältester Recyclingschmiede an der Lierfeldstraße in Altenessen hatten sie schon immer ganz viel Zeit. Abfälle, das zeigt die Erfahrung alter Fahrensleute in Müllfragen, müssen erst im Kofferraum vorgaren, bevor sie die richtige Reife für den Abfallcontainer erhalten. Dies gilt vor allem für Gartenabfälle, aus denen schon die Raupen kriechen. Doch den Mann an der Schranke ficht das alles nicht an. „Ist Brückentag“, lautet die lakonische Auskunft auf die Frage, warum sich zum x-ten Mal die Autoschlange bis zur Hundebrinkstraße hinzieht. Eine Wartezeit von einer Stunde, das kann man den EBE-Kunden doch ruhig zumuten, und wie soll man überhaupt auf die Idee kommen nach Jahrzehnten im Recyclinggeschäft, das Brückentage gerne für Arbeiten an Haus und Garten genutzt werden? Das wäre ja noch schöner. Vielleicht hat man sich aber auch nur ein Vorbild an der Zulassungsstelle in Steele genommen, wo die Wartezeiten inzwischen legendären Ruf genießen und man sich wundert, dass das DRK an manchen Tagen nicht schon Decken und heißen Tee verteilt. Ehrlich gesagt, kann ich mir das alles nicht vorstellen: Bestimmt geht es nur um die richtige Reife im Kofferraum. So wird’s sein.